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Grevenbroich: Kreis soll die Förderschule übernehmen

Grevenbroich : Kreis soll die Förderschule übernehmen

Die Martin-Luther-King-Schule in Frimmersdorf wird mit der Schule am Chorbusch in Dormagen zusammengelegt. Träger dieser Einrichtung soll der Rhein-Kreis werden. Mit diesem Modell kann die Stadt jährlich viel Geld sparen.

Die Fusion ist das wichtigste Thema, mit dem sich die Mitglieder des Schulausschusses am Mittwoch beschäftigen werden. Im Vorfeld wird deutlich: Es wird eine Mehrheit geben für die geplante Zusammenführung der Martin-Luther-King-Schule mit der Schule am Chorbusch. CDU und SPD haben bereits klare Signale für dieses Projekt ausgesendet, das im Sommer nächsten Jahres umgesetzt werden soll. Nach einem Vorschlag der Stadtverwaltung soll der Rhein-Kreis Neuss als Träger dieser "neuen" Einrichtung fungieren. Die CDU befürwortet dieses Modell: "Damit werden wir Geld sparen", argumentiert die Schulausschussvorsitzende Irmintrud Berger.

Würde die Stadt Dormagen als Schulträger auftreten, müssten sich die beiden Kommunen die jährlichen Gesamtkosten von 835 000 Euro teilen — dies würde laut Schuldezernent Michael Heesch den städtischen Haushalt mit rund 418 000 Euro belasten. Anders bei einer Kreis-Trägerschaft: Hierbei würde die Stadt über die Kreisumlage nur anteilig zur Finanzierung herangezogen, sie hätte jährlich 126 000 Euro zu zahlen. Zum Vergleich: Im aktuellen Haushaltsjahr gibt die Stadt einen Zuschuss von mehr als 351 000 Euro für die Martin-Luther-King-Schule.

"Wenn die Interessen der Schüler gewahrt sind, kann eine Trägerschaft des Rhein-Kreises ein gangbarer Weg sein. Ich glaube, dass er hierbei eine vernünftige Alternative ist", erklärt SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand. Er geht davon aus, dass die SPD-Fraktion am Mittwoch diesen Beschluss mittragen könnte. Der Kreistag hat bereits im Dezember seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, die Schule in die Trägerschaft des Kreises zu übernehmen.

Warum die Fusion notwendig wird: In den Förderschulen gehen die Schülerzahlen drastisch zurück. Zurzeit besuchen noch 142 Kinder und Jugendliche die Martin-Luther-King-Schule. Michael Heesch geht aber davon aus, dass es zum Schuljahr 2013/14 nur noch 100 bis 110 Schüler sein werden: "Demnach wird die erforderliche Mindestgröße von 144 Schülern nicht mehr erreicht. Die Schule müsste damit nach dem Schulverwaltungsgesetz des Landes NRW zwingend aufgelöst werden." Ein Grund für die sinkenden Schülerzahlen: Auf lokaler Ebene wird der Grundsatz der Inklusion umgesetzt. Kinder und Jugendliche mit Handicap sollen Regelschulen besuchen und dort individuell begleitet werden.

Folgt der Schulausschuss den Vorschlägen der Stadtverwaltung, soll die Martin-Luther-King-Schule an der Weidenpeschstraße nach den Sommerferien 2014 geschlossen werden. Die Jahrgänge fünf bis zehn sollen dann in Dormagen unterrichtet werden. "Den Schülern aus der ersten bis vierten Klasse soll die Möglichkeit eröffnet werden, an der Viktoria-Grundschule Frimmersdorf-Neurath unterrichtet zu werden", erklärt Michael Heesch.

Zur Ausschusssitzung erwartet der Dezernent unter anderem Vertreter der Bezirksregierung und des Rhein-Kreises. Auch die Dormagener Schuldezernentin Tanja Gaspers wurde eingeladen. Sie wird über die Entscheidung des Schulausschusses ihrer Stadt berichten, der bereits morgen tagen wird.

(NGZ/ac)