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Grevenbroich: Krankenhaus will kooperieren

Grevenbroich : Krankenhaus will kooperieren

Im St.-Elisabeth-Krankenhaus Grevenbroich wird die Zukunft geplant: Nachdem die beiden Kreishospitäler bereits eng vernetzt wurden, werden neue Kooperationspartner gesucht. Das Ziel: Kosten sparen.

Die Kreiskrankenhäuser Grevenbroich und Dormagen werden in Zukunft enger mit anderen Hospitälern zusammenarbeiten. Ein potenzieller Partner: das "Lukas" in Neuss. Zwar wird an dem konkreten Zeitplan noch gefeilt, aber die generelle Richtung ist eingeschlagen, bestätigt Rolf H. Nennhaus (51), Direktor beider Häuser, auf Anfrage unserer Zeitung. Zwei Ziele sollen erreicht werden: "Die Kosten zu senken und die Versorgung der Patienten reibungslos zu organisieren."

Die Verwaltung des Rhein-Kreises arbeitet zurzeit an Kriterien und Fragen für ein Gesundheitsversorgungs-Gutachten, für das der Kreistag votiert hat. "Wir wollen die gute Versorgung erhalten und für die Zukunft sichern", sagt Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrats. Der Auftrag soll im Sommer vergeben werden; Ergebnisse erwartet er für "Ende des Jahres".

Im Rhein-Kreis Neuss selbst ist die engere Kooperation zwischen Hackenbroich und Grevenbroich bereits weit fortgeschritten, sagt Nennhaus: "Wir arbeiten mit einer Verwaltung, verfügen über eine gemeinsame Betriebsleitung; Spezialkräfte aus den Bereichen Hygiene oder Medizintechnik wechseln zwischen beiden Häusern", nennt er als Beispiele aus dem Krankenhaus-Alltag.

Die Ursache für diese Entwicklung sieht der Krankenhaudirektor "im Gesundheitswesen, das die Anbieter dazu zwingt. Der wirtschaftliche Druck ist da." Darauf sei eine engere Kooperation, etwa mit dem "Lukas" in Neuss, eine mögliche Antwort. Als Beispiel von Vernetzungen nennt Nennhaus die Neusser St.-Augustinus-Kliniken mit "Maria von den Aposteln" in Mönchengladbach-Neuwerk und dem "Katharinen-Hospital" in Willich oder dem "Verbund katholischer Kliniken Düsseldorf".

Wie eine Kooperation beginnen würde: "Ein erster Schritt wäre ein gemeinsames Träger-Gremium", so Nennhaus. Bis eine enge Vernetzung vollzogen sei, werde es "mehrere Jahre" dauern.

Spezialwissen nutzen

Was ändert sich für die Patienten in St.Elisabeth? "Nichts", meint Ralf Nennhaus. Er sieht die Zukunft beider Hospitäler als gesichert an: "Beide haben einen großen Einzugsbereich über den Standort hinaus. Für St. Elisabeth erstreckt sich der Einzugsbereich bis in den Erftkreis mit rund 120 000 Menschen." Wie würde sich das medizinische Angebot verändern? "Die Regelversorgung soll in allen Häusern unverändert bleiben. Lediglich Doppelungen von Spezialbereichen sollen vermieden werden", so der Krankenhausdirektor. So ist St. Elisabeth etwa bekannt für seine Spezialisierung auf Geriatrie. "Bereits heute werden ältere Patienten etwa mit Demenz gezielt hierhin überwiesen", sagt Nennhaus.

(NGZ)