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Grevenbroich: Krankenhaus eröffnet Großtagespflege

Grevenbroich : Krankenhaus eröffnet Großtagespflege

Die klinikeigene Kindertagesstätte ist im Erdgeschoss einer Villa an der Von-Werth-Straße untergebracht. Der Umbau kostete 80 000 Euro.

Die "Elifanten" residieren ab sofort in der Villa neben dem Kreiskrankenhaus St. Elisabeth. Beim offiziellen Start wurde die klinikeigene Kindertagesstätte auf die Namenskombination aus Elisabeth und Elefant getauft. Vorab fand unter allen anwesenden Gästen, darunter Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Krankenhausdirektor Ralf Nennhaus, eine Wahl statt. Die Mehrheit entschied sich somit gegen die weiteren Vorschläge "Erft-Knirpse" und "Kleine Riesen".

Zukünftig bietet die Einrichtung neun Tagespflegeplätze für Kinder unter drei Jahre und neun Spontanpflegeplätze. Doch zu Beginn der Planungen war die Euphorie gar nicht so groß für einen solchen Betriebs-Kindergarten: In einer Befragung unter den 1700 Mitarbeitern der beiden Kliniken des Rhein-Kreises Neuss zeigten nur wenige Eltern konkretes Interesse.

Trotzdem habe man den Mut gefasst, dieses Projekt auf den Weg zu bringen, so Krankenhausdirektor Ralf Nennhaus. Im Sommer 2012 wurde das erste "Kinderzimmer" im Krankenhaus Dormagen eröffnet. Und plötzlich erkannten auch die Mitarbeiter in Grevenbroich die Vorzüge — und änderten ihre Meinung. Also investierten die Kliniken weitere 80 000 Euro für den Umbau und die Ausstattung der Erdgeschosswohnung in der Villa an der Von-Werth-Straße.

Auf rund 130 Quadratmetern stehen jetzt ein Gruppenraum, zwei kleinere Spiel- und ein Schlafzimmer, eine Küche und ein Bad mit Dusche und Wickeltisch zur Verfügung. Mittelfristig werden dort drei Betreuer arbeiten, als Erste hat Bianca Saladino den Dienst angetreten. Zwei Kleinkinder in der Krabbelgruppe sind bereits in ihrer Obhut. Mit Janine und Dietmar Moll haben die ersten Krankenhausmitarbeiter ihren Nachwuchs angemeldet. Der sieben Monate alte Moritz soll ab Sommer zu den "Elifanten" gehören. Janine Moll kehrt nach der Elternzeit als Leiterin der Patientenverwaltung zurück. "Ich bin in einer Minute bei meinem Sohn, und die flexiblen Öffnungszeiten kommen uns sehr entgegen", sagt sie. Ehemann Dietmar Moll muss als stellvertretender EDV-Leiter auch auf Abruf kurzfristig einsatzbereit sein.

Das Angebot hat auch Außenwirkung. "Neue Mitarbeiter sind deswegen extra zu uns gekommen und wir konnten ehemalige zurückgewinnen", sagt Nennhaus. Für die Kliniken ist das "Kinderzimmer" ein weiterer Baustein in den Bemühungen um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. "Insgesamt bieten wir rund 400 verschiedene Teilzeitmodelle. Zurzeit bauen wir eine Servicestelle auf. Dort beraten zwei Mitarbeiter in allen Familienfragen bis hin zur Pflege von Angehörigen", so Carolin Krautwig vom Bereich Personalentwicklung.

Die Kindertagespflege steht zunächst den Mitarbeitern des Krankenhauses St. Elisabeth sowie dem kreiseigenen Seniorenheim Lindenhof offen. Vertraglich vereinbart erhält auch die Stadt einen Zugriff auf bis zu fünf Tagesplätze für Kinder aus Grevenbroich. Patienten können auf Anfrage ihre Kinder ebenso in die Spontanbetreuung geben. Dafür hat sich allerdings das Modell des Familiendienstes mit der Betreuung zu Hause bereits etabliert.

(stef)