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Grevenbroich: Kranke Senna braucht Hilfe

Grevenbroich : Kranke Senna braucht Hilfe

Ingeborg Hutmacher aus Wevelinghoven setzt sich für die herzkranke, neun Monate alte Senna in der Türkei ein. Deren Eltern fehlt das Geld für die erforderliche Operation. Schützen und andere Grevenbroicher wollen helfen.

Ingeborg Hutmacher legt einige Fotos auf den Tisch, die Senna zeigen. "Ein liebes, kräftiges Kind", sagt die Wevelinghovenerin. Im Urlaub im Juni hat sie die Kleine gesehen, und Hutmacher weiß: Senna braucht Hilfe: "Sie ist schwer krank, hat zwei Löcher im Herzen. Laut Aussage des Arztes wird das Kind nicht lange leben, wenn es nicht operiert wird." Und die 52-Jährige ergänzt: "Als ich das erfuhr, war mir sofort klar: Da müssen wir helfen."

Ingeborg Hutmacher, die mit ihrem Mann den Rathaus-Kiosk in Wevelinghoven betreibt, ist Türkeifan. "Wir fahren zweimal im Jahr in die Türkei. Das Land ist schön, die Menschen sind sehr freundlich", erzählt sie. Vor drei Jahren lernte sie in einem Ort sieben Kilometer von Side entfernt Osman Yilmaz — er ist Kellner im Hotel — kennen, kam mit ihm ins Gespräch. "Ich war oft in der Türkei, aber wie die Menschen im Landesinneren oft leben, wusste ich lange nicht. Die Armut ist groß." Osman Yilmaz wohnt mit seiner Frau, dem dreijährigen Sohn Mustafa und Tochter Senna in einem abgelegenen Bergdorf. "Um zur Arbeit zu kommen, muss er erst eine Stunde zur nächsten befahrbaren Straße laufen, wo ihn der Hotelbus abholt", erzählt sie. 460 Euro verdiene Yilmaz im Monat. "Als Senna geboren wurde, fehlte das Geld für einen Kinderwagen. Wir haben ein Paket mit Baby-Erstausstattung in die Türkei geschickt und im Internet einen Kinderwagen ersteigert", so die Wevelinghovenerin.

Im Dezember kam Senna zur Welt, doch der Kleinen geht es nicht gut. "Sie bekommt schlecht Luft, schwitzt sehr, Allergien machen ihr zu schaffen", berichtet Hutmacher. Die Eltern und Senna fuhren mit dem Bus in die Uniklinik in Istanbul — eine Zwölf-Stunden-Tour. "Dort diagnostizierte ein Arzt den Herzfehler. Anfang 2009 kann der Termin für die erste von zwei Operationen vereinbart werden." Doch dafür fehlt dem Ehepaar Yilmaz das Geld. "Zum Glück sind die Kinder krankenversichert. Die Familie muss aber dennoch 2800 Euro selbst zahlen — und kann den Betrag aber nicht aufbringen", sagt Hutmacher.

Das Geld will sie nun in Deutschland sammeln. "Senna soll gesund werden, hat ein Recht zu leben und medizinische Hilfe zu erhalten", sagt sie: "Ich stelle im Kiosk eine Sammelbüchse auf. Freunde, Kollegen meines Mannes und türkische Bekannte haben schon finanzielle Hilfe zugesagt."

Gestern konnte Ingeborg Hutmacher bereits einen weiteren Erfolg vermelden — sie erhält Unterstützung aus den Reihen des Bürgerschützenvereins Wevelinghoven. "Marcus Odenthal, der neue Vizepräsident, hat mir heute zugesagt, beim Frühschoppen am Schützenfest-Montag, 22. August, im Zelt für die Spendenaktion zu werben."

(NGZ)