Grevenbroich: Kraft kommt zum BoA-Start

Grevenbroich: Kraft kommt zum BoA-Start

Am 15. August wird NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft neben 400 Gästen zur öffentlichen Inbetriebnahme des BoA-Kraftwerks in Neurath erwartet. Nach sechs Jahren ist das Milliardenprojekt fertig – teurer als geplant.

Am 15. August wird NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft neben 400 Gästen zur öffentlichen Inbetriebnahme des BoA-Kraftwerks in Neurath erwartet. Nach sechs Jahren ist das Milliardenprojekt fertig — teurer als geplant.

Hannelore Kraft, NRW-Ministerpräsidentin, gehört zu den rund 400 Gästen, die RWE Power zur Inbetriebnahme des BoA-Kraftwerks in Neurath eingeladen hat. Rund sechs Jahre nach dem Baubeginn wird jetzt der Schlusspunkt hinter das Milliarden-Projekt gesetzt. "Für RWE ist dieses Kraftwerk ein Flaggschiff im Kraftwerkspark", so Unternehmenssprecher Lothar Lambertz gegenüber unserer Zeitung. Was die BoA auszeichne: Zum einen die Reduzierung von sechs Millionen Tonnen CO2, zum anderen die Verwendung neuer Materialien und — mit Blick auf die Energiewende interessant — die Flexibilität bei der Stromproduktion.

400 Millionen Euro teurer

Bis zu 4000 Menschen aus vielen Nationen haben in Spitzenzeiten auf der BoA-Baustelle gearbeitet. Ähnlich wie in einem Ameisenstaat mussten unterschiedliche Gewerke aufeinander abgestimmt werden. "Diese Arbeiten zu koordinieren, Zeitpläne aufeinander abzustimmen — das war sicherlich die größte Herausforderung", sagt Lothar Lambertz.

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Für den Essener Energiekonzern ist das Projekt mit 2,6 Milliarden Euro rund 400 Millionen Euro teurer geworden als zunächst angenommen. Nicht nur, weil sich im November 2007 ein Unfall auf der Baustelle ereignete, bei dem drei Menschen starben. Sondern auch, "weil es Qualitätsprobleme gab, etwa beim Stahl", so der RWE-Sprecher. Vorbild für andere Kraftwerke wird etwa die Verwendung des Übergangsmetalls Titan in der Turbine oder die digitale Leittechnik sein, die eine schnellere Reaktionszeit ermöglicht.

Die Blöcke "Friedrich" und "Gustav" werden aber bei der offiziellen Inbetriebnahme am Mittwoch, 15. August, nicht wirklich an den Start gehen — dort sind sie nämlich schon. Beide arbeiten bereits seit Mai 2011 mit steigender Auslastung. Bisher produzierten die neuen Blöcke rund 3,5 Milliarden Kilowattstunden Strom.

Warum also jetzt die große Party mit geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben? "Das ist bei RWE Standard", betont Lothar Lambertz. Zumal die Gästeliste noch deutlich erweitert wird — mit einer besonderen Aktion von RWE und NGZ , dem "Energietag" für Jugendliche. Zehn Zwölf- bis 15- Jährige können am Eröffnungstag sowohl den Tagebau Garzweiler als auch die Feierstunde im neuen BoA-Kraftwerk miterleben.

Alle anderen Interessierten können beim "Tag der Offenen Tür" RWEs modernstes Kraftwerk kennenlernen — dieser ist geplant für Freitag, 18. August. Dann sollen die Besucher das Kraftwerk mit den beiden markanten Blöcken live erleben können; zudem ist ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Unterhaltung und Information geplant.

(NGZ/url)