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Grevenbroich: Kosten für Bauhof-Abriss werden geprüft

Grevenbroich : Kosten für Bauhof-Abriss werden geprüft

Das ehemalige Domizil der Wirtschaftsbetriebe verfällt zusehends - und es gibt noch keine Idee für die künftige Nutzung des großen, citynahen Geländes. Warum GWD-Chef Michael Heesch einen vorzeitigen Abriss der Gebäude plant.

Seit drei Jahren ist der ehemalige Bauhof am Flutgraben verwaist. Wie lange dieser Zustand noch andauern wird, ist unklar. Denn noch gibt es keinen Plan, wie das große, citynah gelegene Gelände künftig genutzt werden soll. Bis dahin wird es nur Geld verschlingen. Denn die Gesellschaft für Wirtschaftsdienste (GWD) als Eigentümerin der Immobilie muss für die Verkehrssicherung sorgen - also alles so instand halten, damit niemandem etwas passieren kann. Weil das Personal- und Materialkosten verursacht, lässt GWD-Geschäftsführer Michael Heesch jetzt prüfen, was ein vorzeitiger Abriss der maroden Gebäude kosten wird.

Die größtenteils aus den 1950er Jahren stammenden Gebäude haben schon bessere Zeiten gesehen. "Einige sind wegen des torfigen Bodens etwa zehn Zentimeter abgesackt", berichtet Heinrich Schiffer, Meister der Abteilung Stadtentwässerung. "Hier könnte niemand mehr arbeiten", meint er mit Blick auf die 110 Mitarbeiter, die am Flutgraben beschäftigt waren. An manchen Stellen drohen Steine aus dem Mauerwerk zu brechen, hier und da sind breite Risse in den Fassaden zu sehen. "Und Innen sieht es genau so gruselig aus", sagt Heesch.

Die Natur erobert sich das alte Bauhof-Gelände allmählich zurück. Foto: Piel

Auf etwa 8000 bis 10.000 Euro schätzt der Erste Beigeordnete und GWD-Geschäftsführer die Kosten, die jährlich mit der Verkehrssicherungspflicht verbunden sind. "Im Winter müssen die Gehwege gestreut werden, mindestens einmal wöchentlich sind Kontrollgänge erforderlich", zählt Heesch auf. Und auch Reparaturen seien hin und wieder notwendig. "Als es zuletzt stürmte, gingen Teile des Hallendaches fliegen, und auch der an den Bahngleisen stehende Zaun wurde beschädigt, so dass einzelne Elemente ersetzt werden mussten", schildert Heinrich Schiffer. An diesen Ausgaben komme die GWD nicht vorbei, denn das Gelände müsse so gesichert werden, dass es niemand betreten kann.

"Das alles verschlingt Geld - für nichts", sagt Michael Heesch. Obwohl es noch keinen Plan für eine neue Nutzung des Geländes gibt, will er nun die Abrisskosten prüfen lassen. "Die Gebäude müssen ohnehin irgendwann einmal abgerissen werden. Je früher wir damit beginnen, umso mehr Kosten sparen wir", meint der GWD-Chef. Wie teuer eine solche Aktion ist, könne er noch nicht abschätzen. "Ein paar Bagger vorfahren lassen, das wäre nicht das Problem. Es werden wohl die Entsorgungskosten für das Abbruchmaterial sein, die ins Kontor schlagen könnten", sagt Heesch. Denn beim Bau der Betriebsgebäude sei seinerzeit auch asbesthaltiges Material verwendet worden sein, das heute aufwendig und kostspielig entsorgt werden müsse.

Marode Gebäude: Im Mauerwerk sind breite Risse zu sehen. Foto: Piel

Wie das große Gelände künftig genutzt werden könnte, dazu will sich der GWD-Geschäftsführer nicht äußern. "Da halte ich mich raus, das ist Sache der Politik", meint Heesch. Zwar hatten CDU und SPD im Dezember 2015 beantragt, das Areal zwischen Kirmesplatz und Bauhof neu zu überplanen. Bislang wurde dieses Projekt aber noch nicht angepackt.

(NGZ)