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Konzert in Grevenbroich: Musikalische Verneigung vor den Beatles

Konzert in Grevenbroich : Musikalische Verneigung vor den Beatles

Dirk Kraforst und René Buss treten als Duo Blackadder & Crawford am 29. Juli beim Salonkonzert in der Villa Erckens auf. Sie bieten den Zuschauern eine Zeitreise zu den „Fab Four“.

Echt jetzt – die Beatles? Mit so einer Frage kann niemand Dirk Kraforst (54) und René Buss (30), dem Duo Blackadder & Crawford, schräg in die Saiten ihrer Akustik-Gitarren greifen. Für sie sind die Ikonen aus Liverpool bis heute der Pop-Olymp. „Wir bemühen uns, jedes Gitarrensolo und jeden Gesang so nah wie nur irgendmöglich an das Original zu bringen“, sagt Dirk Kraforst. Der Musiker aus Mönchengldbach findet, das sind sein musikalischer Partner und er den Pilzköpfen ganz einfach schuldig. Wer sich von der Richtigkeit dieser Aussage überzeugen will, hat dazu am 29. Juli um 18 und um 20 Uhr die Gelegenheit in der Villa Erckens. Denn dann kommen „Blackadder & Crawford“ zu einem Salonkonzert unter dem Titel „An acoustic tribute to the Beatles“ nach Grevenbroich.

„Für uns ist es das erste Konzert seit Februar“, sagt Kraforst. Seit Corona den Takt angibt, haben Musiker keine Konzerte mehr gehabt. Doch nun geht es wieder los – mit dem Beatlemania-Duo aus Mönchengladbach, das sich in der auftrittslosen Zeit durch regelmäßiges Üben in Form hielt. „Die Beatles-Lieder sind ein Repertoire, das gepflegt werden muss“, sagt Kraforst. All die Titel, die das Publikum mitsummt, teilweise mitsingt, müssen regelmäßig geübt werden, wenn es gut werden soll.

Und das soll es – bei Buss und Kraforst. Von den Barden aus verrauchten Pubs wollen sie sich deutlich abgrenzen. Möglichst originalgetreue Klänge und dazu viele Fakten zu den Beatles und ihrer Zeit – das haben sie zu bieten.

Vielleicht ist an diesem Ansatz eine streng dreinschauende Bibliothekarin in der Mönchengladbacher Stadtbücherei schuld. Dort gab es den Erstkontakt – zwischen dem kleinen Dirk Kraforst und jener großen britischen Band, die Musikgeschichte geschrieben hat.

„In der Stadtbücherei hatten sie nur Klassikplatten – und die Beatles“, erinnert sich Kraforst. Der strengen Dame musste man einen Zettel mit dem Musikwunsch zustecken. Und sie legte dann die Platte auf den Spieler. Gehört wurde in einer weitgehend schalldichten Kabine. Mit der klassischen LP „Abbey Road“ begann die lebenslange Verbindung zu den Beatles. In der einzigen Form, die Spätgeborenen bleibt: „Ich habe mich zeitlich rückwärts durch das Repertoire der Beatles gehört“, sagt Kraforst. Es war eine Expedition in Klänge, Stimmungen und politische Aussagen, die ihn seither nicht mehr losgelassen hat.

Natürlich lassen sich nicht alle Beatles-Songs von vier auf zwei Stimmen und Gitarren herunterbrechen. Aber da haben Blackadder & Crawford einen hohen Anspruch an sich und ihren eigenen Auftritt. Sobald eine dritte Gitarre in einem Beatles-Lied ertönt, entschieden sie zu zweit: Kriegen wir das hin oder wird das Stück eben aussortiert?

Übrig geblieben sind etwa 30 Songs und eben viele Fakten, Begebenheit, Anekdoten zu den Beatles, die aus dem Abend ein ganz besonderes Revival machen. Reporterfragen nach dem liebsten Beatles beantwortet Kraforst eigentlich ungern und erst nach mehrmaligem Drängen. „Here comes the sun“, sagt er schließlich – das erklingt heute noch genauso wie vor vielen Jahrzehnten und zeigt, dass die beiden Interpreten der Beatles auf dem richtigen Weg sind: „Diese Musik ist einfach zeitlos gut.“

Und auch auf die Frage nach den liebsten Mitgliedern der Liverpooler Formation gibt es keine ganz einfache Antwort. Schließlich leisteten alle vier ihren Beitrag zum Gesamtkunstwerk, das vielen, vielen britischen Bands und Künstlern weltweit die Türen öffnete. „John Lennon war mit Sicherheit der politischste der Vier – mit klaren Statements und Aussagen“, sagt Kraforst. Paul McCartney hingegen stand immer im Ruf, Schwiegermuttermusik zu machen.

Das Salonkonzert in Grevenbroich ist – coronabedingt – eigentlich ein Doppel. Teil eins wird von 18 bis 19 Uhr gespielt. Dann wird der Saal desinfiziert. Um 20 Uhr darf der nächste Schwung Gäste hinein – in die Zeitmaschine, die eine Verneigung ist, vor einer echten Ausnahmegruppe.