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Grevenbroich: Konzept gegen Spielhallen

Grevenbroich : Konzept gegen Spielhallen

Schluss mit der Zockerei in der City: Mit einem Vergnügungsstättenkonzept soll eine weitere Ansiedlung von Spielhallen in der Innenstadt verhindert werden. Damit soll die Attraktivität der Einkaufszone erhalten werden.

Geht es nach dem Willen der Politik, soll es in der Innenstadt in Zukunft keine weitere Ansiedlung von Spielhallen geben. Darüber scheint in den Ratsparteien fraktionenübergreifend Konsens zu bestehen. Ein entsprechendes Vergnügungsstättenkonzept hatte die Stadt zu Jahresbeginn in Auftrag gegeben. Inzwischen liegt es vor. Die Kosten: rund 20 000 Euro. Das bestätigt Dorothea Rendel, Leiterin des Fachbereichs für Planung. Das Konzept muss allerdings noch vom Planungsausschuss genehmigt und vom Rat beschlossen werden.

CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Gand ist zuversichtlich, dass das Konzept spätestens in der Dezembersitzung Thema im Rat ist. Dann soll neu geregelt werden, in welchen städtischen Bereichen Spielhallen zugelassen werden — und wo sie abgelehnt werden können. "Das Konzept gibt der Stadt die Möglichkeit, die Ansiedlung von Spielhallen gezielt zu steuern", sagt Norbert Gand.

Klar ist: In der Innenstadt soll es dann keine weiteren Spielhallen mehr geben. Ganz verbieten kann die Stadt diese allerdings nicht. Durch gezielte Steuerung wollen die Politiker allerdings verhindern, dass es in bestimmten Bereichen zu "Trading-Down-Effekten" kommt. Damit ist der Attraktivitätsverlust von Bereichen gemeint, in denen sich zum Beispiel Spielhallen ansiedeln. "Die Qualität von Einkaufszonen leidet unter solchen Betrieben", meint Gand. "Alleine durch ihre abgedunkelten Scheiben sind sie schlecht für das Gesamtbild."

Auch FDP-Sprecher Markus Schumacher, zugleich Chef des Stadtverbandes der Liberalen, spricht sich für möglichst wenig Spielhallen in der Innenstadt aus. "Wir halten zwar nichts von Angstmacherei, und die Steuereinnahmen sind gut für die Stadt", sagt Schumacher. "Allerdings haben wir, auch im Vergleich zu anderen Städten in der Größenordnung von Grevenbroich, eine attraktive Innenstadt. Dabei soll es bleiben."

Norbert Gand geht es zudem um den Jugendschutz. "Jugendliche sollen beim Einkaufsbummel nicht an Spielhallen vorbeikommen", sagt der Vorsitzende der CDU-Fraktion. Neben dem Jugendschutzgesetz könne das Vergnügungsstättenkonzept dabei eine zentrale Rolle spielen.

Für UWG-Chef Carl Windler sind die 20 000 Euro für das Konzept eine sinnvolle und nachhaltige Investition. "Es ist das einzige wirkungsvolle Instrument, um die Ablehnung einer beantragten Spielhallen-Konzession planungsrechtlich zu begründen", sagt Carl Windler. Jetzt muss es nur noch umgesetzt werden.

(NGZ)