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Grevenbroich: Konzept für die Zehntscheune

Grevenbroich : Konzept für die Zehntscheune

Das Verwaltungsgericht hat entschieden: Die Elsener Zehntscheune darf wieder nach 22 Uhr genutzt werden – allerdings nur begrenzt. Die Deutschordens Jugend- und Familienhilfe arbeitet an einem Vermarktungskonzept.

Das Verwaltungsgericht hat entschieden: Die Elsener Zehntscheune darf wieder nach 22 Uhr genutzt werden — allerdings nur begrenzt. Die Deutschordens Jugend- und Familienhilfe arbeitet an einem Vermarktungskonzept.

Der Streit um die Elsener Zehntscheune hat fast zehn Jahre gedauert, letztlich fand er ein Ende vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht. "Mit dem Ergebnis kann die Deutschordens Jugend- und Familienhilfe leben", sagt Geschäftsführer Volker Abrahamczik (53). Denn der Veranstaltungssaal darf nun auch wieder in den Abendstunden genutzt werden — jedoch nicht mehr an jedem Wochenende.

Die Zehntscheune, die der Deutsche Orden im 17. Jahrhundert errichtete, wurde Ende der 1990er Jahre aufwendig saniert und zu einem modernen Kindergarten umgebaut. Gleich nebenan liegt der Saal für 199 Personen. "Er sollte als Veranstaltungsraum für die Bürger aus dem Grevenbroicher Norden genutzt werden", schildert Abrahamczik. Doch es gab Beschwerden: Anwohner beklagten sich nach privaten Feiern wegen Ruhestörungen in der Nacht, sie zogen vor den NRW-Petitionsausschuss, letztlich landete die Akte vor dem Richter.

"Nach dem Urteil in Düsseldorf haben wir endlich Planungssicherheit", erklärt Peter Pick, Vorsitzender der Deutschordens Jugend- und Familienhilfe. Das Verwaltungsgericht hat private Feiern auch nach 22 Uhr erlaubt — allerdings lediglich acht im Jahr. Zudem wurden für die Abendstunden drei weitere kirchliche oder kulturelle Veranstaltungen genehmigt.

"Dabei müssen wir bestimmte Auflagen beachten", betont Volker Abrahamczik. Etwa diese: Geparkt werden darf nur auf dem Kirmesplatz an der Stephanus-Kirche, die Scheune muss ab 22 Uhr mit Pollern abgeriegelt werden, damit keine Taxen anfahren können. Die zum Wohngebiet liegenden Fenster dürfen nicht mehr geöffnet werden. Und: Mit Hilfe einer Zeitschaltuhr wird die Lautstärke der Musikanlage pünktlich um 22 Uhr automatisch heruntergefahren.

"Da wir jetzt Sicherheit haben, werden wir bis zum Ende des Jahres ein Konzept für die Scheune erstellen", sagt Abrahamczik. Die Deutschordens Jugend- und Familienhilfe hat vor, den Saal künftig wirtschaftlich zu betreiben, vor allem tagsüber. Beerdigungskaffees sollen dort ebenso stattfinden wie Frühschoppen, Konzerte oder Ausstellungen. Auch der Kindergarten soll den Raum nutzen, etwa für Versammlungen oder Theaterproben.

"Wir haben immer das Ziel verfolgt, mit dem Veranstaltungssaal Gewinne zu erzielen", erklärt Volker Abrahamczik, der auch Leiter der Jugendeinrichtung "Haus St. Stephanus" ist. Mit den Erträgen soll die soziale Arbeit vor Ort gefördert werden, sie soll Kindern, Jugendlichen und Familien zugute kommen. Wer den Saal mieten möchte, kann sich bei Wolfgang Isenrath melden (Tel. 02181 24750).

(NGZ/rl)