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Grevenbroich: Kontroverse um Stadtgeschenk-Spenden

Grevenbroich : Kontroverse um Stadtgeschenk-Spenden

Spendieren die Ratsmitglieder einen Teil ihrer Fraktionsgelder für das neue Stadtgeschenk? Diese in der NGZ aufgeworfene Frage sorgt für kontroverse Diskussionen – vor allen bei den Wählergemeinschaften.

Spendieren die Ratsmitglieder einen Teil ihrer Fraktionsgelder für das neue Stadtgeschenk? Diese in der NGZ aufgeworfene Frage sorgt für kontroverse Diskussionen — vor allen bei den Wählergemeinschaften.

Laut Bürgermeisterin Ursula Kwasny kam die "Spenden-Idee" aus den Reihen der SPD. Und das ärgert Rolf Göckmann, Chef der Aktiven Bürger (ABG). Denn eigentlich sei es die Idee seiner Fraktion gewesen, die Fraktionszuwendungen um etwa zehn Prozent zu kürzen — von 164 000 auf 150 000 Euro im Jahr. "Damit wollten wir eigenen Sparwillen demonstrieren. Offensichtlich hat sich die Bürgermeisterin unserer Auffassung nun angeschlossen", meint Göckmann. Der Antrag sei damals vor allem auch auf die Kritik der SPD gestoßen: "Von daher freut es uns, dass sie nun unsere Idee aufnimmt, ohne allerdings einen Quellennachweis zu liefern", erklärt der Fraktionsvorsitzende süffisant.

UWG-Ratsherr Carl Windler hält den Vorschlag indes für einen "verspäteten Aprilscherz". In Zeiten knapper Kassen sei es unnötig, Geschenke an prominente Besucher der Stadt zu verteilen. "Stattdessen finden wir es unerlässlich, dass Schulkinder eine warme Mahlzeit erhalten, dass soziale Projekte und das Ehrenamt Unterstützung erfahren können und dass das Haushaltsdefizit verringert wird."

Nach Windlers Meinung sollte kein Geld an Besucher verschwendet werden: "Vielmehr ist die Rhetorik der Bürgermeisterin gefragt. Sie könnte bei ihren Begrüßungsreden das fehlende Geschenk bedauern — und damit überleiten zu den wirklichen Problemen der Stadt."

(NGZ)