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Grevenbroich: Kollwitz-Gesamtschule überlaufen, Realschule stärker gefragt

Grevenbroich : Kollwitz-Gesamtschule überlaufen, Realschule stärker gefragt

Schlechte Nachrichten für die 239 Gesamtschulinteressenten: Erneut reicht der Platz im kommenden Schuljahr nicht für alle; 69 Fünftklässler werden nicht an der Schulform ihrer Wahl lernen können. Bereits 2014 mussten 47 Kinder an dieser Schulform in Grevenbroich abgewiesen werden.

Auffällig ist der Trend: Für die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule wurden 189 Anmeldungen ausgefüllt. Dort müssen 81 Kinder abgelehnt werden. Schulleiterin Dagmar Mitze wollte sich dazu nicht äußern. An der Gesamtschule II blieben dagegen im ersten Anmeldeverfahren zwölf Plätze unbesetzt.

Die Frage, ob sogar mit dem Start der zweiten Gesamtschule das Angebot nicht ausreicht, will Erster Beigeordneter Michael Heesch nicht bejahen. "Bei den Gesamtschul-Anmeldungen handelt es sich nicht immer um die Wahl der Schulform, sondern auch um die Wahl einer Schule." Das bedeutet: Nicht alle Eltern, die die Anmeldung für die Kollwitz-Gesamtschule ausgefüllt haben, haben als Alternative die Gesamtschule II genannt. 42 wollen darüber erneut nachdenken. In Grevenbroich können sie als Alternative nur eines der beiden Gymnasien oder die Realschule wählen. Heesch verweist für sie auf die Diedrich-Uhlhorn-Realschule: gerade weil dort eine "Öffnung für zusätzliche Schulabschlüsse geplant ist".

Einen Grund für den Gesamtschul-Engpass sieht Heesch in den noch hohen Schülerzahlen: Mit 649 Kindern sei der Jahrgang der künftigen Fünftklässler "sehr stark"; doch langfristig werden diese Zahlen abnehmen. Allerdings seien Faktoren wie die Zahl der Flüchtlinge zurzeit nicht abzuschätzen. Zudem schrumpfe die Klassengröße an den Gesamtschulen durch den inklusiven Unterricht: Da dort insgesamt 20 Schüler mit Förderbedarf lernen werden, fehlt Platz für 20 Kinder.

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Mit der Entwicklung der Wevelinghovener Realschule zeigen sich Heesch und Thomas Staff, Leiter des Fachbereichs Schulen, "sehr zufrieden": "Das neue Konzept ist bei den Eltern gut angekommen." Man wolle der Realschule eine Chance geben und diesen Prozess weiter beobachten. Dort wurden bisher 61 Kinder angemeldet - sie werden auf drei kleine Klassen aufgeteilt. Allerdings wird die Zahl der Realschüler durch das zweite Anmeldeverfahren steigen: "Bis zu fünf Klassen sind laut Absprache mit der Bezirksregierung an der Realschule möglich", sagt Thomas Staff.

Unverändert hoch ist der Zulauf am Pascal- und Erasmus-Gymnasien. Die Erfahrung der Stadtverwaltung: "Rund 95 Prozent der Kinder mit Gymnasial-Empfehlung werden auch an den Gymnasien angemeldet", sagt Staff. Am Pascal-Gymnasium werden - nach Absprache mit Bezirksregierung und Schulleiter - für 144 Kinder fünf Klassen eingerichtet; am Erasmus-Gymnasium für 105 Kinder vier Klassen.

(NGZ)