Grevenbroich: Kleines Prinzenpaar regiert ganz groß

Grevenbroich: Kleines Prinzenpaar regiert ganz groß

Im vergangenen Jahr bewährten sich Denise Treppner und Luca Kirschbaum als Zofe und Page im Gustorfer Karneval. . Als Kinderprinzenpaar sind sie jetzt unterwegs. Erwachsene Tollitäten hat der Sprötz-Trupp in dieser Saison nicht.

Das goldblitzende Krönchen mit funkelndem Strass sitzt perfekt, und auch das knielange Gewand fällt so, wie es ich für eine Hoheit gehört. Prinzessin Denise Treppner ist zufrieden, derweil Luca Kirschbaum, der Prinz an ihrer Seite, vergnügt das Zepter schwingt: Besens gelaunt führt das junge Prinzenpaar Gustorfs "Sprötz-Trupp" an. Ein erwachsenes Dreigestirn gibt es diesmal nicht, es regiert der Nachwuchs.

Beide Tollitäten sind acht Jahre alt, extrem karnevalsbegeistert und "freuen sich sehr" über die anstehenden Aufgaben. "Wir waren ja schon Zofe und Page", erinnern sie an so etwas wie ihre "Erprobungsphase im vergangenen Jahr", wie Prinzenführerin Beate Tysper über die "Anlern- und Testphase" sagt. "Aber als Zofe durfte ich fast nichts sagen und immer nur zugucken", stellt Denise klar. Das wird nun anders. Gemeinsam haben Prinz und Prinzessin ein von ihren Müttern ausgewähltes und auf Gustorf umgemünztes mehrstrophiges Gedicht einstudiert. "Nur noch lachende Gesichter woll'n wir sehen / Wer miesepetrig ist, soll in den Keller gehen", heißt es darin. Übrigens wollen sie Politikern zeigen, "wie's richtig geht", das mit dem Regieren und Punkte sammeln beim Volk.

Wie das mit einem Lied auf den Lippen, schunkelnd und fröhlich mit dreifachem "Helau!" grüßend funktioniert, zeigen sie bei ihren diversen Terminen. In Dormagen zum Beispiel treffen sie heute auf alle anderen jecken Kollegen aus dem Kreis. "Das ist toll, die anderen Prinzenpaare kennenzulernen", freuen sich beide. Es folgen Auftritte im Möbelhaus und beim Volks- und Heimatverein Laach, ein Spaghettiessen bei den Pfadfindern ist im Terminkalender notiert, ehe dann Mädchen- und Kindersitzung sowie viele Gastspiele in Seniorenstiften, Altenheimen in Kindergärten sowie in der Schule anstehen. Der Höhepunkt steht Rosenmontag bevor, für Luca übrigens einer der wichtigsten Gründe, warum er die Regentschaft anstrebte: "Ich wollte was vom Wagen werfen." Denise fände eine Konfetti-Kanone toll. Überhaupt ist die junge Hoheit bislang mit ihrem Prinzessinenleben "zufrieden, bloß die Klammern drücken", mit denen ihre Krone am Kopf befestigt wird. "Aber ich brauche sie ja bloß zu den Auftritten zu tagen", seufzt sie zufrieden.

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Auch die Garderobe, vom Verein gestellt und eigens auf die jeweiligen Maße zurechtgeschneidert, gefällt den kleinen Tollitäten. "Bei mir ist es oben rum sehr warm - und unten rum etwas kalt", erklärt Luca mit Blick auf seine kurzen Hosen. Sein Partnerin hat es da besser, die Robe ist so lang, da ließen sich noch lange Unterhosen drunter verbergen. Zur Not. "Meine Freundinnen haben alle gesagt, was für ein Glück ich habe, Prinzessin zu sein", beschreibt die Schülerin, die in ihrer Freizeit gerne schwimmt, die Resonanz der Klassenkameraden auf ihre. Sportskanone Luca, in der Jugendmannschaft der Spielvereinigung Gustorf-Gindorf am Ball, schweigt sich zum Thema aus. Was allerdings auch daran liegt, dass die kleine Tollität derzeit heiser ist und seine Stimme schonen muss, wie er mit Blick aufs anstehende Programm sagt.

Im echten Leben besucht Denise Treppner, die die Liebe zur Fünften Jahreszeit von Mama Sandra geerbt hat, ebenso wie Luca Kirschbaum, dessen Mutter Yvonne ebenfalls eine ganz Närrische ist, die dritte Klasse der Grundschule Erftaue

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