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Grevenbroich: Kleine Pause in Vierwinden

Grevenbroich : Kleine Pause in Vierwinden

Tanken, frisch machen und essen: Am Rasthof Vierwinden an der Autobahn 46 machen Geschäftsreisende und Berufskraftfahrer regelmäßig Station. Und im Sommer legt hin und wieder auch mal ein Urlauber eine Pause ein.

Es ist Punkt 12 Uhr an der Raststätte Vierwinden-Nord. Es ist mitten in der Woche, Ferienverkehr kommt in diesem Abschnitt der Autobahn 46 nicht so häufig vor. Auf dem Parkplatz stehen vor allem Sattelzüge. Die Kennzeichen — deutsch und international — verraten ihre Herkunft. Die Fahrer legen nach viereinhalb Stunden am Steuer ihre vorgeschriebene Pause ein.

Der Gang zur Toilette ist obligatorisch, mit einer Hand voll kühlem Leitungswasser erfrischen sie ihr Gesicht an diesem schwülwarmen Tag. Fritz Böhmer hat seine heutige Tour noch vor sich. Seinen 40-Tonner hat er in Neuss mit Futtermittel geladen. Sein Ziel: Lüttich in Belgien. "Ich bin seit 38 Jahren Lkw-Fahrer. Ich mag die Freiheit und Selbständigkeit in dem Job", erzählt der 62-Jährige. Dafür ist Böhmer die ganze Woche über auf der Straße unterwegs und nicht Zuhause. In Vierwinden trifft sich der Neusser deshalb mit seiner Frau Johanna Lemm zum Kaffeetrinken, ehe es wieder auf die Bahn geht.

Eine vernünftige Raststätte muss für Fritz Böhmer ein gutes Angebot und nettes Personal haben. "Am besten isst man in Ostdeutschland. Da wird noch gekocht wie bei Muttern", sagt er. Jetzt stillt der Trucker mit zwei Ei-Brötchen seinen Hunger. Die 200 Kilometer bis Lüttich wird er ohne Pause durchfahren können. "Wohin es dann weitergeht, weiß ich nicht. Ich lade dort ab und telefoniere mit der Firma für den nächsten Auftrag", so Böhmer.

Nur eine kurze Rast legt die Familie Weise aus Hannover ein. Mit Kleinwagen und einem Transporter ist sie auf dem Weg ins niederländische Maastricht. Tochter Simone Weise wird an der Universität "International Business" studieren. "Im Transporter ist meine ganze Zimmereinrichtung: Bett, Schreibtisch, Schrank, Staubsauger und Küchenausstattung", sagt die 20-Jährige. In Maastricht bezieht sie ein 19 Quadratmeter großes Zimmer in einem Studentenhaus. Im Gepäck sind aber nicht nur Simones Möbel, sondern auch die ihres besten Freundes Constantin Grefe. Der 20-Jährige zieht ebenfalls fürs Studium nach Holland. Familienoberhaupt Matthias Weise möchte die Pause so kurz wie möglich halten. "Wir stehen ein bisschen unter Zeitdruck. Heute Abend um halb sieben muss der gemietete Transporter zurückgegeben werden. Bis dahin müssen wir ausgeladen haben und noch bis Aachen zurück fahren", so der 52-Jährige.

In aller Ruhe sitzt Julien Chevalier mit seiner Freundin auf der Terrasse des Rasthofs. "Wir haben eine Woche Urlaub in München und Berlin gemacht", erzählt der 26-Jährige. Die beiden Franzosen kommen aus Lorient in der Bretagne, an der Westküste Frankreichs. In den beiden deutschen Metropolen haben sie alle wichtigen Touristenattraktionen besucht. Doch eines gefiel den beiden Mittzwanzigern besonders: "Das Nachtleben und die Partys waren das Beste", sagt Chevalier. Jetzt haben die beiden noch gut zehn Stunden Autofahrt vor sich. Und da bietet sich eine Rast in Vierwinden bestens an.

(NGZ)