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Grevenbroich: Klagen über Gestank aus Industriegebiet

Grevenbroich : Klagen über Gestank aus Industriegebiet

Am "Gestanks-Radar" der "Interessengemeinschaft Lebensqualität in Grevenbroich" (IGL) im Internet mehren sich wieder Klagen über Geruchsbelästigung aus dem Industriegebiet Ost. "In den vergangenen zwei Wochen hatten wir eine Häufung der Beschwerden aus der Südstadt, aus Allrath und Barrenstein", erklärt zweiter IGL-Sprecher Claus Schäfer. "In den Sommermonaten war es dagegen ruhig."

Nachdem Tokai Erftcarbon seine Abgasreinigung erneuert hatte, war auch die IGL zufrieden. "Bei Tokai kommt nur noch heiße Luft heraus", so Schäfer. Doch nun wird Gestank erneut zum Thema: "Besonders die Firma Aleris scheint die Hauptverursacherin zu sein", erklärt Schäfer, laut dem der Geruch von Tokai und Aleris unterschiedlich rieche. "Wir fordern die Firma auf mitzuteilen, was sie an wirksamen Maßnahmen zur Emissionsminderung umzusetzen gedenkt."

Am "Gestanks-Radar" der IGL istzudem von Rauchwolken oder weißem Schleier die Rede. Doch wer ist der Verursacher? "Unsere Produktionsverfahren haben sich in den vergangenen Wochen nicht geändert", betont bei Aleris Werksleiter Derk te Heesen. Zwar habe es eine technische Störung gegeben, die der Bezirksregierung gemeldet worden sei. "Dabei ist aber nur Dampf ausgetreten, zur Geruchsbelästigung kam es dabei nicht."

Laut dem 2011 vorgelegten Geruchsgutachten verursacht Hydro Rolled Products im Jahresmittel die meisten Geruchsemissionen. Sichtbare Emissionen gebe es aber nur selten bei bestimmten Wetterlagen, dann könne weißer Wasserdampf "in der Nähe des Aleris-Recyclingofens" aufsteigen, so Hydro-Sprecher Michael Steffen. Auch bei Hydro habe es keine Schadensereignisse gegeben. Und an "der gemeinsamen Hotline der Betriebe im Industriegebiet" habe es "im August die letzten Beschwerden gegeben". Steffen kündigte an, dass Hydro die Geruchsemissionen weiter reduzieren wolle, so soll eine Fertigglüherei-Anlage optimiert werden.

(NGZ)