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Grevenbroich: Klagen über Autobahn-Lärm

Grevenbroich : Klagen über Autobahn-Lärm

Laacher und Südstädter beschweren sich über Lärm von der A 540. Die CDU will Messungen beantragen. "Straßen NRW" kündigt bereits eine Verbesserung an: Für die anstehende Sanierung ist ein lärmmindernder Belag geplant.

Staus sind von der A 540 unbekannt, Autofahrer haben dort freie Fahrt. Doch Anwohnern ist eines an der kurzen Autobahn zwischen Hydro-Aluminium und der Autobahn 46 ein Dorn im Auge: "Die Lärmbelästigung ist gestiegen, das stört und nervt", erklärt Thomas Leusch, der an der Wiesenstraße in Laach wohnt. "Wenn der Wind aus Südwesten kommt, kann man sich im Garten oder auf der Terrasse oft nur mit lauter Stimme unterhalten", schildert der 57-Jährige, der für die Zukunft noch mehr Belästigung befürchtet: "Wenn der fehlende Abschnitt der Umgehungsstraße B 59n bis Rommerskirchen gebaut wird, werden viele die A 540 als schnelle Verbindung Richtung Köln nutzen."

Seine Forderung: "Wir brauchen an der Autobahn Schallschutz, am besten eine Lärmschutzwand. An der A 57 wurde Lärmschutz geschaffen, obwohl an manchen Abschnitten kaum Häuser zu sehen sind." Klagen kommen aber nicht nur aus Laach. Auch Gisela Krahl, die an der Kolpingstraße in der Südstadt wohnt, fühlt sich vom Autobahn-Lärm belästigt — vor allem nachts. "Die A 540 ist eine Strecke für Raser. Es gibt kein Tempolimit. Oft höre ich die Autos schon, wenn sie am Kreisverkehr an der B 59 auf die Autobahn auffahren."

Thomas Leusch hatte früher bereits Unterschriften gesammelt und sich an den Landesbetrieb Straßen NRW, der die Autobahn unterhält, gewandt. "Doch dort hieß es, dass die Lärmbelästigung rechnerisch nicht gravierend sei". CDU-Fraktionschef Norbert Gand, der selbst in Laach wohnt, will es dabei nicht bewenden lassen. "Der Verkehr auf der A 540 hat zugenommen, der Lärm ist selbst in Häusern mit Doppelverglasung zu hören. Wir werden einen Antrag für Lärmmessungen stellen, bei denen auch bei verschiedenen Windrichtungen gemessen werden soll."

Beim Landesbetrieb "Straßen NRW", der die Autobahn für den Bund unterhält, kündigt Sprecher Bernd Löchter an: "Die A 540 steht in den kommenden Jahren zur Sanierung an. Dabei ist geplant, statt des klassischen Guss-Asphalts einen Splittmastix-Asphalt zu verwenden. Der bewirkt eine Lärmminderung um zwei Dezibel." Löchter erläutert außerdem: "Nach 25 bis 30 Jahren ist der Gussasphalt abgefahren und verursacht lautere Geräusche." Noch "leiserer" Flüster-Asphalt sei aber nicht geplant. Termin und Umfang der Sanierung stehen laut Landesbetrieb noch nicht fest. Ebenfalls offen ist, ob es auch aktiven Lärmschutz geben wird. Löchter: "Bei vorhandenen Autobahnen werden Lärmschutzwände in der Regel nur bei baulichen Veränderungen geschaffen", das sei an der A 540 nicht der Fall.

(NGZ/rl)