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Grevenbroich: Klagen gegen Winter-Varieté

Grevenbroich : Klagen gegen Winter-Varieté

Das Grevenbroicher Winter-Varieté 2010 hat ein juristisches Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach NGZ-Informationen bereits seit Monaten gegen drei Hintermänner des Projekts.

Im vergangenen Winter sollte es der Grevenbroicher Weihnachts-Knüller 2010 werden: Das Winter-Variete versprach über mehrere Wochen hinweg spektakuläre Shows mit bekannten Künstlern. Doch nach der Premiere scheiterte das Projekt. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach gegen drei Männer im Alter zwischen 38 und 73 Jahren. Sie sollen bei ihren Aktivitäten rund um das Varieté Beteiligte und Kunden getäuscht und Mieten nicht bezahlt haben. Angeblicher Schaden: mehr als 10 000 Euro.

Beschuldigte sind laut Staatsanwaltschaft zwei 38 und 73 Jahre alte Männer sowie ein mehrfach vorbestrafter Grevenbroicher. Der 65-Jährige hatte vor hatte vor gut einem Jahr kräftig die Werbetrommel für das Projekt gerührt und internationale Künstler versprochen.

Letztlich blieb davon nicht viel übrig: Der Zirkus ging zwar mit Verspätung an den Start, stellte aber nach wenigen Vorstellungen seinen Betrieb wieder ein. Der Grund: kaum Zuschauer, keine Heizung sowie Künstler, die wegen Schnee und Eis angeblich nicht kommen konnten.

Nach dem Abzug der letzten Zirkuswagen im Februar diesen Jahres musste die Firma "van der Looy" als Eigentümer des Geländes tonnenweise Müll entsorgen, sogar Pferdemist lagerte haufenweise an der Lindenstraße. Verschiedene Beteiligte erstatteten Anzeige. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach nahm die Ermittlungen auf, diese sind nun fast abgeschlossen.

Demnach sollen die Beschuldigten sich durch insgesamt sieben Taten rechtswidrige Vermögensvorteile verschafft haben. So hätten sie sich einen Manegen-Platz organisiert, ein Hotel angemietet, Eintrittskarten in Auftrag gegeben und Tickets an Kunden verkauft, obwohl sie davon ausgehen mussten, dass es keine Vorstellungen geben würde. Im Einzelnen soll der Grevenbroicher bei den Vertretern der niederländischen Firma "Van der Looy" — sie bebaut das Buckau-Gelände — vorstellig geworden sein, um den Platz an der Lindenstraße für 1000 Euro anzumieten. Das Unternehmen willigte ein, das Geld wurde nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach aber nie gezahlt.

Ähnlich lief es offenbar auch in einem Wevelinghovener Hotel: Dort sollen die drei Beschuldigten Zimmer für die Varieté-Künstler angemietet, aber nur einen Bruchteil bezahlt haben. Laut Ermittlungen blieb der Gastronom auf einem Schaden von mehr als 8500 Euro sitzen. Auch ein weiterer Grevenbroicher Geschäftsmann wartet auf sein Geld: 700 Euro, die er für den Druck von Eintrittskarten nicht erhalten habe.

Darüber hinaus erstattete auch eine Reihe von enttäuschten Besuchern Anzeige gegen das Varieté-Trio. Sie hatten Eintrittskarten im Wert von mehreren hundert Euro gekauft — für Zirkus-Vorstellungen, die nicht stattfanden. Sie sollen im anstehenden Prozess möglicherweise als Zeugen aussagen.

Wann es genau zur Anklageerhebung kommt, steht nach Informationen unserer Zeitung noch nicht fest. Ein anschließender Prozess würde am Amtsgericht Grevenbroich stattfinden.

(NGZ/rl)