Grevenbroich: Kita-Ausbau in Gefahr

Grevenbroich : Kita-Ausbau in Gefahr

Der Stadt Grevenbroich drohen Probleme bei neuen U3-Plätzen. Bis August 2013 müssen Projekte in Gustorf, Gindorf und Wevelinghoven fertig sein. Die Umbauten liegen auf Eis, da die Zusage für Landeszuschüsse fehlt.

Zum Start des Kindergartenjahres 2013 will die Stadt Grevenbroich eine Versorgungsquote von 32 Prozent für Unter-Dreijährige in Kitas und Familienzentren schaffen. Dieses Ziel ist in akuter Gefahr: Noch immer kann die Verwaltung keine Aufträge ausschreiben oder vergeben. Das Problem: Die Zuschüsse vom Land fehlen. "Für uns ist es fünf vor 12", sagt Birgit Schikora, Leiterin des Fachbereichs Jugend. Erster Beigeordneter Michael Heesch ergänzt: "Uns läuft die Zeit davon. Wir müssen schnellstmöglich wissen, wie viel Geld wir vom Land für neue U3-Plätze erhalten. Sonst können wir nicht anfangen und werden zu spät fertig."

Eigentlich müssten die neuen Projekte für U3-Betreuung bereits weiter fortgeschritten sein. Um die aus- und umgebauten Räume bis zum August 2013 nutzen zu können, muss so schnell wie möglich geplant und müssen Aufträge vergeben werden. Mit "etwa bis zu 16 Monaten von der Idee bis zum Bezug" rechnet Paul Janus vom Fachbereich Jugend.

Das grundsätzliche Problem ist die Umstellung der Landes-Förderkriterien: So hat das Land die bisherige Projektförderung in eine Pauschale umgewandelt. Für alle Kommunen bedeutet dies: Sie erhalten pro Jahr eine Fördersumme, die aus statistischen Daten errechnet wird. Michael Heesch weiß bereits jetzt: "Wir werden nach den neuen Vergabe-Kriterien mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger Geld als bisher erhalten."

In diese Projekte wird investiert: Die Kita in Wevelinghoven an der Poststraße 17 wird neu gebaut; hier werden sechs Plätze für Unter-Dreijährige geschaffen. "Dies soll auch ein Angebot für Kinder aus Kapellen sein", sagt Paul Janus.

Bildungszentrum in Gustorf

Ein neues Konzept, das in Grevenbroich einmalig sein wird, ist für Gustorf angedacht: Dort soll neben der Grundschule "Erftaue" in einem eigenen Gebäude ein Kindergarten untergebracht sein. Investitionsvolumen der Stadt: rund 1,9 Millionen Euro. Er bietet auch 16 U3-Plätze. "Das wäre ein interessantes Projekt — ein Bildungszentrum, bestehend aus Kindertagesstätte und Grundschule", betont Michael Heesch. Er kann sich auch vorstellen, dort "Synergie-Effekte zu nutzen".

In Gindorf soll das Familienzentrum Zaubermühle (Träger: PariSozial) umziehen: von der historischen Hofanlage an der Mühlenstraße in einen Teil der Alten Hauptschule an der Turmstraße. Bei Umbaukosten von 705 000 Euro hofft die Verwaltung auf Zuschüsse von 288 000 Euro. Bis zu 16 Kinder unter drei Jahren sollen nach dem Umzug betreut werden.

(NGZ)