Kinderbetreuung in Grevenbroich: CDU fordert mehr integrative Kita-Plätze

Kinderbetreuung in Grevenbroich : CDU fordert mehr integrative Kita-Plätze

Besonders in den nördlichen Stadtteilen muss das Angebot für Kinder mit Behinderung ausgebaut werden, fordert die Ratsfraktion. Doch derzeit fehlt es an Personal.

Auf die Stadt kommt bei der Kita-Betreuung eine weitere Herausforderung zu. Bislang bieten erst drei Kindertagesstätten in der Innenstadt, in Elsen und in Gustorf eine gemeinsame Betreuung von behinderten und nicht-behinderten Kindern mit insgesamt 60 Plätzen an. Die CDU-Fraktion sieht Handlungsbedarf: Die Nachfrage nach einer integrativen Betreuung in Kindertagesstätten habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen, heißt es in einem Antrag der Fraktion.

Deshalb müsse stadtweit geprüft werden, ob der Ausbau von integrativen Betreuungsplätzen in den städtischen Kitas möglich sei. „Aus den Diskussionen der vergangenen Jahre ist bekannt, dass insbesondere auch der Standort einer Kindertagesstätte für die elterliche Bewertung maßgeblich ist“, erklärt Wolfgang Kaiser, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Bei einem Ausbau gelte es, einen besonderen Blick auf die nördlichen Stadtteile zu richten, weil die bisherigen Angebote in der Innenstadt oder im Süden von Grevenbroich konzentriert seien. Zu diesen Kitas gehört auch das Familienzentrum „Blumenwiese“ der Lebenshilfe Rhein-Kreis Neuss.

Erster Beigeordneter Michael Heesch und Svetlana Schaarmann-Tröger von der Fachberatung der städtischen Kitas fordern mehr Personal für die Einrichtungen. Foto: Jan Luhrenberg

Die Forderung der CDU folge dem neuen Bildungsteilhabegesetz, verrät Michael Heesch, Erster Beigeordneter der Stadt und für den Fachbereich Jugend zuständig. „In Kindertagesstätten ist jetzt neu, dass Plätze für die gemeinsame Betreuung für Kinder mit und ohne Behinderung bereitgestellt werden müssen“, sagt Heesch und verweist darauf, dass die Stadt schon im Vorfeld einige Angebote geschaffen hat. In zwei Kitas fände eine integrative Betreuung bereits statt. Nun müssten Möglichkeiten geschaffen werden, um den Bedarf zu decken.

Mehr Kinder mit Behinderung in die reguläre Betreuung mit einzubinden sei über zwei Wege möglich, sagt Heesch. Entweder werden die Gruppengrößen in Kitas verkleinert, damit das vorhandene Personal mehr Zeit hat, um sich um die besonderen Bedürfnisse der Kinder mit Behinderung zu kümmern. Oder es werden zusätzliche Kräfte eingesetzt.  Beide Varianten bergen große Probleme, denn die Stadt will einerseits vermeiden, dass reguläre Plätze wegfallen. Der Grund: Schon jetzt ist es schwer, die gesetzliche Betreuungsquote zu erfüllen. „Fallen Regelplätze zugunsten der integrativen Plätze weg, dann ist es für uns schwer, den Rechtsanspruch zu gewährleisten“, sagt Heesch.

Andererseits hat die Stadt schon jetzt große Probleme, offene Stellen an den Kitas zu besetzen. „Es gibt derzeit acht vakante Stellen“, sagt Svetlana Schaarmann-Tröger von der Fachberatung für städtische Kitas. „Ab dem 1. August müssen aufgrund eines Bundesgesetzes 16 weitere Vollzeitstellen hinzukommen, die jedoch auch noch unbesetzt sind.“ Und für integrative Betreuungsplätze müsste darüber hinaus besonders qualifiziertes Personal eingestellt werden. Kinder mit Behinderung brauchen etwa eine spezielle motopädische, heilpädagogische oder sprachtherapeutische Förderung. Am Geld mangele es der Stadt nicht, betont Heesch. Doch es sei schwer, geeignetes Personal zu finden – für die reguläre und die integrative Betreuung.

Wie hoch der Bedarf an integrativer Kinderbetreuung sein wird, ist noch offen. „Die Nachfrage schwankt“, sagt Schaarmann-Tröger. „Bislang sind noch nicht alle integrativen Plätze für das neue Kita-Jahr vergeben.“ Auch aufgrund der dünnen Personaldecke rät die Fachberaterin Eltern, ihren Wunsch nach integrativer Betreuung frühzeitig über den Kita-Navigator der Stadt zu melden und den erhöhten Förderbedarf wegen einer Behinderung bei Einrichtungen selbst zu melden. „So ist möglich, dass sich die Einrichtung darauf einstellen und Personal gesucht werden kann.“

(jlu)