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Grevenbroich: Kinder malen und basteln zum Glauben

Grevenbroich : Kinder malen und basteln zum Glauben

In Bildern haben sich Kinder aus Schulen und Kitas mit dem Thema "Was glaubst Du?" und den Weltreligionen befasst - und dabei ganz viel Verbindendes gefunden. Ihre Werke sind bis 7. April bei der Sparkasse in Grevenbroich zu sehen.

Die Sparkassenstiftung im Rhein-Kreis stellte die Glaubensfrage: "Was glaubst Du?" ist der Titel des neuen Kinderbuches der Stiftung, das in Englisch, Deutsch und Arabisch und mit vielen Illustrationen zu einer Zeitreise durch die Religionsgeschichte einlädt - und in 6600 Exemplaren an Grundschüler und Kita-Kinder verteilt wurde. Parallel hatte die Stiftung zu einem Mal- und Bastel-Wettbewerb aufgerufen. Zehn Grundschulen und Kitas reichten 35 Arbeiten ein, die nun in der Sparkasse Neuss an der Karl-Oberbach-Straße zu sehen sind. Den ersten Preis vergab eine Jury an die Gemeinschaftsgrundschule Kapellen-Hemmerden.

Einträchtig hängen Bilder mit Kreuz, Halbmond und Menora, dem siebenarmigen Leuchter als Symbol des Judentums, nebeneinander. In ihren Bildern und Collagen zum Thema drückten die Kinder viel Gemeinsames, Verbindendes aus. "Wir glauben an einen Gott. Wir kennen Abraham, Adam und Eva . . .", schrieben Kinder der Grundschule St. Josef auf einer Collage. "Ich bin beeindruckt, mit welcher Ernsthaftigkeit Ihr Euch mit dem Thema befasst habt", würdigte Bürgermeister Klaus Krützen, der mit Heinz Mölder, Vorstand der Stiftung, die Preise überreichte. "Glaube ist etwas Persönliches. Es gibt nicht nur eine Religion, und es ist nicht ein Glaube besser als der andere", sagte Krützen.

 Zehn Grundschulen und Kitas aus Grevenbroich haben sich am Wettbewerb beteiligt.
Zehn Grundschulen und Kitas aus Grevenbroich haben sich am Wettbewerb beteiligt. Foto: Berns Lothar

Das wohl größte Werk hatte die Katholische Grundschule "Arche Noah" in Noithausen eingereicht. 200 Jungen und Mädchen hatten ihre gefärbte Hand auf ein Riesen-Leinentuch gedrückt, die jeweilige Religion des Kindes bleibt unbekannt. "Vorrangig ist nicht unser Glaube, sondern wie wir uns verhalten, aufeinander zugehen, ob wir den anderen und seinen Glauben respektieren", erläutert Lehrerin Beate Hoffmann. Bruno, Layla (beide 9), die vor drei Jahren aus Syrien kam, und die anderen spielen auf dem Schulhof mit Kindern egal welchen Glaubens. "Jeder wird bei uns gleich behandelt", betont Ömer (8).

Die "Arche Noah" erhielt einen dritten Preis. Der erste Platz, dotiert mit 500 Euro, ging an die Schule Kapellen/Hemmerden. Kinder aus der 1d hatten eine Weltkugel mit Symbolen der Religionen ringsherum und mit ihren Äußerungen zu Gott gefertigt - "Gott ist wie ein Vulkan" und "Gott ist lieb" war etwa zu lesen. "Wir haben den Wettbewerb zu einem religionspädagogischen Tag genutzt. Und fast alle Klassen haben sich mit Beiträgen am Wettbewerb beteiligt", erläutert Schulleiterin Dorothee Steup. Auf dem zweiten Platz (250 Euro) landete die Erich-Kästner-Schule in Elsen mit mehreren Bildern, wie Fenster von Gotteshäusern aus verschiedenen Religionen. Jana (9) hat ihres mit einer Friedenstaube und einem Regenbogen gefertigt. Auf einem anderen ist eine Moschee zu sehen. Dritte Preise erhielten neben der "Arche Noah" die Viktoria-Schule, die Grundschulen Erftaue und St. Josef sowie die Kitas "Spatzennest", St. Peter und Paul, St. Josef und der Deutschordens-Kindergarten.

Die Werke sind bis 7. April in der Sparkasse zu sehen. Und die Resonanz auf das Buch "Was glaubt Du" ist enorm. "Wir erhalten Anfragen aus dem ganzen Land und haben bereits 1000 Bücher nachgedruckt. So etwas haben wir noch nicht erlebt", sagt Heinz Mölder.

(NGZ)