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Grevenbroich: Katze war sechs Wochen eingesperrt

Grevenbroich : Katze war sechs Wochen eingesperrt

Christian Kemmling suchte lange vergeblich, dann fand er den Ursprung der merkwürdigen Geräusche in seiner Wohnung. Eine fremde Katze steckte hinter seiner Küchenzeile fest und erwies sich als Überlebenskünstlerin.

Sprichwörtlich hat eine Katze bekanntlich sieben Leben. Doch dieses Sprichwort scheint sich nicht bis zu einer kleinen Katze in Grevenbroich herumgesprochen zu haben. Sechs Wochen klammerte sich das Tier beharrlich an seine jetzige Existenz und überlebte eine unfreiwillige Magerkur in der Küche von Christian Kemmling. Auf mysteriösen Irrwegen hatte sich der Stubentiger in den Hohlraum unter der Küchenzeile verirrt und war hinter der Fußleiste eingeschlossen. "Das muss bei der Montage passiert sein", ist sich Kemmling sicher.

Am 24. Februar öffnete der 37-Jährige den Mitarbeitern des Küchenmarkts Wisskirchen die Wohnungstür und kehrte erst am Abend zu seiner mittlerweile aufgebauten Küchenzeile zurück. "Kurz darauf ist es mit den merkwürdigen Geräuschen losgegangen. Es war eine Mischung aus Tiergeräuschen und Babygeschrei. Ich habe die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt, auch mit Freunden. Aber die Quelle blieb unauffindbar", berichtet Kemmling.

Schließlich legte er sich in seiner Küche auf die Lauer und staunte nicht schlecht, als er Geräusche aus seiner neuen Zeile vernahm. Christian Kemmling montierte die Fußleiste seiner Küche ab und wurde fündig: Eine abgemagerte, durstige aber lebendige Katze flitzte in den Hohlräumen umher. "Da kommt von außen kein Tier rein, die muss eingemauert worden sein", sagt Kemmling.

Tatsächlich bestätigt Küchenmarkt-Besitzer Bernhard Wisskirchen einen passenden Vorfall: "Am Tag der Montage kam ein Mann auf meine Mitarbeiter zu und suchte seine Katze. Aber in der Wohnung war keine, zumindest haben meine Mitarbeiter keine gesehen. Die Fußleiste wird zum Schluss angesteckt, da schaut niemand mehr unter die Schränke." Wisskirchen bedauert das Schicksal der Katze: "Ich habe selber eine".

Wie die Katze allerdings sechs Wochen ohne Wasser und Futter überleben konnte, stellt selbst Experten vor ein Rätsel. "Das schafft auch keine Katze. Zumindest an Wasser muss sie herangekommen sein. Das Tier war abgemagert, aber die Organe funktionierten", sagt Rainer Kraus, Ärztlicher Direktor der Tierklinik Düsseldorf, an die Kemmling das Tier am Mittwoch übergeben hatte.

Mittlerweile ist die Katze im Düsseldorfer Tierheim angekommen, wo sie auf ihren Besitzer wartet. "Katzen haben ein unwahrscheinlich stabiles Herz-Kreislaufsystem", bestätigt Tierarzt Heiner Sandmann. Kemmling vermutet die lebensrettende Wasserspende am leckenden Schlauch seiner Spülmaschine.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Katze überlebte wochenlang hinter Küchenschrank

(NGZ)