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Grevenbroich: Katholische Kirche plant Zentrum in der City

Grevenbroich : Katholische Kirche plant Zentrum in der City

Das Pastoralbüro ist an den Ostwall umgezogen, der Seelsorgebereich Elsbach/Erft zeigt mehr Präsenz in der Innenstadt. Nach einem Jahr als Pfarrverweser sagt Monsignore Assmann: "Wir haben viel geschafft."

Rund 3000 Kilometer ist Monsignore Guido Assmann seit März 2013 zwischen Neuss und Grevenbroich gependelt. Seit einem Jahr ist der Kreisdechant und Neusser Oberpfarrer auch Pfarrverweser im Seelsorgebereich Elsbach/Erft. Nach dem Weggang von Willi Steinfort warten die fünf Gemeinden auf einen neuen leitenden Pfarrer, doch die Übergangsphase bleibt nicht ungenutzt: "Wir haben gemeinsam viel geschafft. Die Stimmung ist gut, viele engagieren sich", sagt Guido Assmann.

Viel Neues ist in zwölf Monaten geschehen — nicht nur im Seelsorgeteam, zu dem Kaplan Michael Mohr und Diakon Manfred Jansen gestoßen sind. Das Pastoralbüro ist jetzt von Elsen in die Innenstadt an den Ostwall 20 umgezogen. "Das bisherige Büro war sehr beengt, bestand im Wesentlichen aus einem Raum. Am Ostwall stehen zwei Büros und ein Besprechungsraum zur Verfügung. Der künftige Pfarrer soll nebenan einziehen. Kaplan Mohr wohnt darüber — das bedeutet kurze Wege", sagt Assmann, der sich gern "Pastor auf Zeit" nennt.

Doch es geht um mehr als die Raumsituation: "Wir wollen ein Signal setzen, dass die katholische Kirche zentral und sichtbar präsent ist und für eine gut funktionierende Gesellschaft gute Angebote hat", betont Assmann. "Der Glaube gehört mitten ins Leben", und ein großer Teil des Lebens finde in der Innenstadt statt. Die Gremien der fünf Gemeinden hätten an einem Konzept gearbeitet, wie die katholische Kirche auch in Zukunft in Grevenbroich Präsenz zeigen könne. Zusätzlich zum Pastoralbüro solle es "an den einzelnen Kirchtürmen Sprechstunden" geben. Die Kontaktbüros in den Pfarren würden erhalten bleiben — das für St. Stephanus ist im bisherigen Pastoralbüro.

Für das neue Büro am Ostwall dürfte in einigen Jahren erneut ein Umzug anstehen. Überlegt wird, das historische Bernardushaus am Marktplatz nach einem Umbau zu einem "Haus der katholischen Kirche" mit Café Kultus, Pastoralbüro, Versammlungsräumen und Beratungsangeboten zu machen. "Das ist noch Zukunftsmusik, aber es hat bereits Vorüberlegungen mit dem Generalvikariat gegeben", so Assmann. "Wir sprechen zudem mit möglichen Kooperationspartnern, etwa dem Caritasverband und dem Familienforum Edith Stein."

Schon jetzt werde das Bernardushaus mehr genutzt als früher, da der bisherige Pfarrsaal für den Kindergarten St. Peter und Paul umgebaut wird. Die Kita erhält für 750 000 Euro neue und größere Räume — ein weiteres Zukunftsprojekt.

Renoviert wird zurzeit auch die Wohnung für den künftigen leitenden Pfarrer am Ostwall. Wann der kommt, kann Assmann nicht sagen, doch: "Realistisch ist dies im Sommer", erklärt der "Pastor auf Zeit". Und er bittet schon jetzt: "Ich würde mich freuen, wenn an den neuen Pastor nicht übermenschliche Anforderungen gestellt werden. Wenn jede Gemeinde nur ihre Ansprüche stellt, wird es nicht gehen", so Assmann. "Wir müssen noch mehr lernen, dass statt früher fünf Pfarrern nur einer da ist, der nicht in allen Gremien sein kann und muss. Dafür ist gegenseitiges Vertrauen nötig."

(NGZ)