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Grevenbroich: Karneval: Jugend vor Alkohol schützen

Grevenbroich : Karneval: Jugend vor Alkohol schützen

Glasverbot, Kontrollen des Ordnungsamtes und Einsatz der Streetworker sollen den Jugendschutz sichern.

Kein Alkohol für Jugendliche: Um dieses Ziel an Karneval besser zu erreichen, setzt die Stadtverwaltung auf einige Maßnahmen: "Dazu gehören ein Glasverbot auf dem Kirmesplatz in Gustorf, Kontrollen des Jugendschutzes bei Gewerbetreibenden und der Einsatz von Streetworkern", erläutert Wolfgang Hufendiek vom Fachbereich Jugend. Für jüngere Jugendliche gebe es alkoholfreie Alternativen wie die U16-Party im Alten Schloss.

Studien belegen, dass fast jeder zweite Schüler im Rhein-Kreis bereits Erfahrungen mit dem Komasaufen, dem Alkoholtrinken bis zur Bewusstlosigkeit, gemacht hat. Dass der Konsum von Alkohol im Karneval auch bei Jugendlichen eine nicht unwesentliche Rolle spielt, wissen Polizei, Ordnungs- und Jugendämter nur zu gut — besonders dann, wenn mit dem Altweiber-Donnerstag die heiße Phase des Straßenkarnevals startet. "Natürlich werden wir auch in diesem Jahr verstärkt Einsatzkräfte zur Kontrolle bereit stellen", so Polizeisprecher Hans-Willi Arnold, und das nicht nur in den Stadtzentren, sondern auch dort, wo Festzelte stehen. Und Wolfgang Hufendiek ergänzt: "An Tagen wie Altweiber wird immer zu viel getrunken. Aber wir können den Verkauf von Alkohol an Jugendliche erschweren."

Gewerbetreibende, etwa in Kiosken, Supermärkten oder Getränkehallen, die gegen den Jugendschutz verstoßen, müssen mit empfindlichen Strafen rechnen. "Je nach Schwere des Falls reicht das Spektrum von einer Verwarnung über eine Geldstrafe bis zum Entzug der Verkaufslizenz", so Hufendiek. Auch das gezielte Umgehen des Jugendschutzes — der Ältestes aus einer Gruppe wird zum Alkohollieferanten — habe das Ordnungsamt im Blick: "Wir kontrollieren gezielt Gruppen vor Verkaufsstätten."

Das Thema "Jugend und Alkohol" wurde bereits vor anderthalb Jahren bei der ersten Jugendschutzkonferenz aller Kreiskommunen thematisiert. Der Plan: mehr gemeinsame Aktionen. Vor gut drei Wochen startete das Projekt "ProJugend statt proMille", das das Kreisjugendamt mit Jüchen, Rommerskirchen und Korschenbroich in Kooperation mit der Caritas Neuss und dem Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz leitet. Dabei geht es um Vorbeugung. "Geplant", so Kreisjugendamtsleiter Norbert Dierselhuis, "sind Info-Veranstaltungen für Brauchtumsgruppen, Schützen- und Sportvereine, Wirte von Vereinsheimen und auch für Eltern." Denn Eltern seien Vorbilder und spielen eine wesentliche Rolle für Verhaltensmuster von Kindern und Jugendlichen: "Sie haben schließlich eine Erziehungsverantwortung. Sie müssen hin- und dürfen nicht wegsehen." Auch in Grevenbroich seien Eltern gezielt wegen Alkohol im Karneval angeschrieben worden, so Hufendiek.

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) wird vor den "tollen Tagen" seine Mitglieder erneut auf die Jugendschutzbestimmungen hinweisen: "Obwohl", meint Rainer Spenke, "sie das ganze Jahr über beachtet werden müssen." Dennoch weiß der Dehoga-Geschäftsführer, dass viele Betriebe ihr Personal vor Karneval und Schützenfest nochmals schulen. Außerdem würden verstärkt Türsteher eingesetzt.

Ob in diesem Jahr wieder im Montanushof gefeiert werde, "steht noch nicht fest", sagt Karin Geib, Assistentin der Centerleitung.

(NGZ/url)