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Hemmerden: Karneval in Hemmerden: „Wie gemalt“

Hemmerden : Karneval in Hemmerden: „Wie gemalt“

Mehr als 500 Zugteilnehmer und tausende Narren am Straßenrand traten erneut den Beweis an, dass der handgemachte Straßenkarneval in Hemmerden ein Erfolgskonzept ist.

Das gibt es so wahrscheinlich auch nur im hemmerdener Karneval: Kappes und Korn, frisch serviert vom Wagen. Tatsächlich hat die deftige Stärkung und der Klare in Hemmerden eine große Tradition. "Friedels Kappestruppe" ist den älteren Karnevalisten ein vertrauter Name.

Der SV Hemmderden führt den Brauch nun weiter — als "letzter Kappesverein vor der A 46". Eine von vielen Geschichten, die der Straßenkarneval im kleinen Hemmerden schreibt. Eine andere ist die vom kleinen Eric. Dreieinhalb ist der kleine Pirat und hat es sich auf dem Arm von Schwester Sarah gemütlich gemacht. Kamelle will er natürlich trotzdem haben — und bitte keine Putzschwämme.

Wie gut, dass in Hemmerden die kleinen Narren ganz besonders aufmerksam bedacht werden. Kaum eine Fußgruppe, die nicht bei Eric persönlich etwa in den Beutel stopft. Ein paar Meter weiter macht Prinzessin Jana-Sophie (7) ihrem Kostüm alle Ehre. Vater Christoph klaubt Kaubonbons und Popcorn zusammen. "Bis heute Abend wird der Beutel voll", versichert er. Dieses Versprechen dürfte locker zu halten sein.

Schließlich strahlt die Sonne auf einen durchweg bestens gelaunten Zug. Dementsprechend reichlich wird gegeben. Sechs Großwagen, rund 40 Fußgruppen werden vom frisch gegründeten Grenadierzug "Vorne Weg" im bewährten Zick-Zack durch den Ort geführt. Die Odenkirchener Landjugend hat extra eine Nebelmaschine mitgebracht. Aus den hoffnungslos übersteuerten Boxen dröhnt der aktuelle Tanzflächenstürmer "Ai Se Eu Te Pego", dichter Qualm steigt durch die engen Gassen rund um St. Mauri.

Erstmals haben die Organisatoren den Bereich rund um die Pfarrkirche sperren lassen. "Das war immer eine kritische Stelle. Die Mauer ist doch ziemlich hoch und nicht alle Narren haben noch das nötige Gleichgewicht", sagt Alexander Mausberg vom Altstädter Jägerzug. Als "Helau-Polizei" hat Mausberg mit Michael Drube und Michael Aretz die Leitung und Aufsicht über 500 Narren im Zug. Doch Hemmerden will friedlich feiern — in jeder Garageneinfahrt steigt eine Privat-Party.

Entspannt, fröhlich und bunt. "Dazu scheint die Sonne. Das ist Karneval wie gemalt", befindet Michale Aretz. Mitten drin im Zug: die Allrather Holzköpp. Michael Geilenkirchen marschiert dem als Ritterburg gestalteten Wagen klimpernd hinterher. Aus leeren Gurkenkonserven hat er sich sein mittelalterliches Gewand gebastelt. "Dieser Zug ist wunderschön", sagt Geilenkirchen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Karnevalszüge in Hemmerden und Orken