Umzug der „Grielächer“ in Grevenbroich-Orken Orkener Narren bringen zum „Zoch“ sechs Großwagen auf die Straße

Orken · Zum Finale der Session haben es die Karnevalisten in Orken am Samstag krachen lassen: Am Umzug durch den Stadtteil beteiligten sich mehrere Hundert Narren in bunten Kostümen.

Karneval Grevenbroich 2024: Fotos vom Zug in Orken
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So bunt feiern die Jecken den Karnevalszug in Orken 2024

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Foto: Dieter Staniek

Am Samstag war Orken fest in der Hand der Jecken. Mit einem großen Umzug durch den Stadtteil haben die Narren das Finale der Karnevalssession gefeiert. Die Karnevalisten brachten nicht weniger als sechs Großwagen auf die Straße.

Der „Zoch“, der sich von der Richard-Wagner-Straße aus in Bewegung setzte, lebte aber auch von zahlreichen Fußgruppen, die für Stimmung sorgten – mit „ordentlich“ Wurfmaterial und passender Musik. 22 Fußgruppen zogen mit dem Zug durch Orken und fielen besonders mit ihren bunten und fantasievollen Kostümen auf.

Da reihte sich auch der Präsident der Grielächer Orken, Sven Bronneberg, mit ein. Verkleidet als Play-Doh Knete zog er zusammen mit seiner Fußgruppe durch die Straßen. Rund 1000 Büchsen Knete hatten sie als Wurfmaterial mit dabei. „Unsere Fußgruppe denkt immer an die Kinder. Wir sind auch schon mal als Spongebob oder Milky Way verkleidet gewesen“, erinnert sich der 38-Jährige zurück. Und das kann sich sehen lassen. Einziges Manko: „Unsere Kostüme sind meistens eher etwas unbequem“, sagt Bronneberg. Es ist sein siebtes Jahr als Präsident in der Karnevalsgesellschaft, in der Session 2017/2018 war er selbst auch als Karnevalsprinz dabei. „Ich kenne den Zug in Orken, seit ich sechs bin. Schon damals sind wir als Fußgruppe mitgelaufen“, sagt Bronneberg.

Die närrische Fußgruppe „Orkener Büdchen“ ist kaum zu übersehen, mit ihren pinken Kleidern und Bauchläden voller Süßigkeiten. „Wir sind seit 2020 bei dem ‚Zoch‘ in Orken dabei und wollten das Büdchen wieder zurück in den Ort bringen, weil es das ja nicht mehr gibt“, sagt Lydia Kelzenberg.

Anders handhabt es die Fußgruppe „Boxe op Jöck“, die das erste Mal als Gast mit dabei ist, sich aber kostümiert als bunte Dinosaurier, sehen lassen kann. „Sonst sind wir in Gustorf unterwegs“, sagt Simone Breuer.

Auch Stephanie und Sebastian Knapp sind das erste Mal mit ihren Kindern Mats und Leni mit der Fußgruppe „Orken frischer Wind“ mit dabei. Mit 75 Teilnehmern ist das eine der größten Fußgruppen, die sich mal als Sonne, Regenbogen, Wolke oder Regen verkleidet haben. Stephanie Knapp ist schon seit ihrer Kindheit närrisch unterwegs: „Ich war schon als kleines Kind auf dem Zug in Orken, aber dieses Jahr ist es ein Highlight, mit den Kleinen hier zu sein.“

Auch für das Orkener Dreigestirn ist die diesjährige Session was Besonderes: „Wir sind das erste Mal Dreigestirn und heute ist einfach der krönende Abschluss der Session“, sagt die regierende Prinzessin Rafaela, die mit bürgerlichem Namen Ralf Erdmann heißt. „Es ist einfach ein unbeschreibliches Glücksgefühl“, fasst der Bauer Ronny, der mit richtigem Namen Ronny Bohlen heißt, zusammen. Für Prinz Jörg Mostard gehört der „Zoch“ in Orken mit zur Tradition: „Da wir alle drei auch schon einmal Schützenkönig waren, ist das schon Tradition für uns.“

Ein echter Hingucker war der Großwagen der „Dörpritter“, die dieses Jahr auch noch ihr zehnjähriges Bestehen zu feiern haben. Von außen eine Burg, von innen mit einiger Raffinesse ausgestattet. „Nach der Session 2014 sind wir als zusammengeblieben und haben die ‚Dörpritter‘ gegründet“, sagt, ‚Oberritter‘ Jakob Jansen. Ein besonderes Highlight sei für sie gewesen, im Jahr 2015 auf dem Prinzenwagen mitzufahren. Insgesamt zählen die „Dörpritter“ 50 Leute, aber: „Auf unserer Burg konnten natürlich nicht alle mitfahren“, sagt Jansen.

Für die beiden Amerikaner Dakota Halloway und Matthew Presnell ist der Zug „eine besondere Erfahrung.“ Bereits zum zweiten Mal sind sie mit dabei und begleiten die Fußgruppe von Präsident Bronneberg. Ebenfalls verkleidet als Play-Dohs ziehen sie durch die Straßen und bewerfen die jecken Teilnehmer mit Kamelle. „Das erste Mal war es schon merkwürdig, Süßigkeiten auf die Leute zu werfen“, erinnert sich Halloway zurück.

Der Umzug selbst zählte insgesamt 560 Teilnehmer. „Wir sind mehr als zufrieden und sind froh, dass wir so ein Glück mit dem Wetter hatten. Ich habe nur positives Feedback bekommen und alle hatten großen Spaß“, sagt Bronneberg. Wer danach immer noch nicht genug hatte, konnte danach bei der „After-Zoch-Party“ im Zelt der „Grielächer“ den närrischen Tag ausklingen lassen.

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