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Karneval 2021 in Grevenbroich: Das Hoffen auf die nächste Session

Grevenbroicher Karnevalisten im Lockdown : Grielächer, Sprötztrupp und Co. hoffen nun auf die nächste Session

Straßenkarneval ist tabu, auch auf Online-Karneval verzichten die Grielächer in Orken und der Sprötztrupp in Gustorf. Es gibt jedoch noch andere Möglichkeiten, wie sich die Narren den Karneval nach Hause holen können.

Kostümierte Jecken auf den Straßen, Möhnen am Altweiber-Donnerstag – das wird es wegen des Lockdowns in dieser Session nicht geben. In närrische Stimmung bringen können sich die „gebremsten“ Jecken aber mit dem „Jeckstream“, den Alexander Barth, Sänger der Grevenbroicher Band Rabaue, und sein guter Freund Christoph Runkel auf die Beine gestellt haben. Online können sich die Karnevalisten eine Sitzung nach ihrem Geschmack zusammenstellen. Unter den fast 40 Akteuren befinden sich die Größen der närrischen Zeit, unter anderem Brings, Bläck Fööss, Höhner, Miljö, Die Filue, Räuber, Achnes Kasulke und Markus Krebs. Welche Pakete es gibt und was der Sitzungskarneval fürs Wohnzimmer kostet, ist im Internet unter jeckstream.de zu finden.

Nicht nur dabei gilt: „Die Leute sollten nur im engsten Familienkreis feiern. Ich werde mit der rotweißen Präsidenten-Mütze auf dem Kopf mit meiner Frau zu Hause sein, vielleicht mit einem Fläschchen Sekt und etwas Musik“, sagt Stefan Schiefer, Präsident des Neukirchener Karnevalsvereins Rot Weiß. Vielleicht kommen dann Erinnerungen an vergangene Sessionen mit Tanzgruppen und Männerballett auf. „Wir müssen die Krise überstehen, und wir hoffen, dass wir in der nächsten Session wieder feiern können“, sagt Schiefer.

„Wir bleiben zu Hause und bitten, dass sich die Jecken nicht draußen treffen. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt Sven Bronneberg, Vorsitzender der Grielächer Blau-Weiß Orken. Online-Karneval gibt es bei ihnen nicht. „Wir hatten ursprünglich die Idee, uns mit 50 Leuten auf Schal-Länge Abstand auf dem Schützenplatz zu treffen und zu schunkeln.“ Die Schals wären natürlich sehr lang gewesen. Von der Aktion hätte es ein Video geben sollen, doch sie sei coronabedingt nicht genehmigt worden. „Die Gesundheit geht vor, nächste Session hauen wir doppelt auf die Pauke“, erklärt er. Er hofft, dass das wartende Damendreigestirn im November proklamiert werden kann.

„Karneval ist diese Session gestrichen“, auch Online-Karneval sei nicht geplant, sagt Petra Weenen, Präsidentin des Närrischen Sprötztrupps. „Den Dorfkarneval mit seiner Atmosphäre kann man so nicht einfangen, zudem gibt es andere Online-Karnevalsangebote.“ Der Sprötztrupp hofft auf den Herbst. „Das Kinderprinzenpaar Lucka und Lena Andermahr wartet auf seine Proklamation“, sagt Weenen.