Karneval 2018: Pferde verletzen fünf Menschen bei Kölner Rosenmontagszug - Das sagt der Besitzer

Unfall auf Kölner Rosenmontagszug: Pferde-Besitzer glaubt an Manipulation

Die Pferde, die beim Kölner Rosenmontagszug durchgingen, stammen von Gut Neuhaus in Grevenbroich. Dessen Besitzer verteidigt den Einsatz der Tiere, die Kaltblüter seien fit für Umzüge gewesen. Er sagt: "Vermutlich wurden sie von außen manipuliert."

Die Familie Tillmann von Gut Neuhaus bei Neukirchen stellt ihre Pferde schon seit langer Zeit für die großen Rosenmontagszüge in Köln und Düsseldorf zur Verfügung. Bereits im vergangenen Jahr hätten die beiden Kaltblüter an derselben Kutsche nebeneinander am Umzug in der Domstadt mitgewirkt, schildert Friedhelm Tillmann. "Da ist alles tipptopp gelaufen", sagt er.

Und auch am Montag hätten die Tiere keine Auffälligkeiten gezeigt. "Sie sind ruhig und gelassen quer durch die Stadt zum Antreteplatz gezogen, vorbei an Straßenbahnen und starkem Autoverkehr", betont der 68-Jährige. Auch Dreiviertel des Zugweges hätten die Pferde "bravourös gemeistert", dann sei es zu dem Unfall gekommen.

Den Kutschführer (36) beschreibt der Reitstallbesitzer als einen "ganz erfahrenen Mann". Er besitze das Reit- und das Fahrtabzeichen, lenke für den Betrieb sowohl vier- als auch sechsspännige Kutschen. "Zudem musste er für den Rosenmontagszug einen speziellen Kutschenführerschein haben und Prüfungen dafür ablegen", sagt Friedhelm Tillmann, der sich damit auch gegen die Kritik von Tierschützern wehrt. Diese wollen den Einsatz von Pferden nach dem Unfall nun endgültig für öffentliche Großveranstaltungen wie Karnevals- oder Schützenumzüge verbieten lassen.

Die Pferde hätten sich einer sogenannten Gelassenheitsprüfung unterziehen müssen, die sie mit guten Noten bestanden hätten. "Die hohen Sicherheitsauflagen des Festkomitees Kölner Karneval haben wir erfüllt", meint der Reitstallbesitzer mit mehr als 40-jähriger Erfahrung. "Uns kann man keinen Vorwurf machen."

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Für die Gelassenheitsprüfungen betreibe Gut Neuhaus einen immensen Aufwand. "Wir errichten große Parcours, auf denen Pferde mit einem Mindestalter von sechs Jahren unter anderem mit aufsteigenden Luftballons, aufgespannten Schirmen und lauter Musik konfrontiert werden", berichtet Friedhelm Tillmann. "Tiere, die diesen Test nicht bestehen, werden natürlich auch nicht im Karneval mitgenommen." Die beiden Kaltblüter, die am Rosenmontag in Köln durchgingen, hätten diese Prüfung ebenfalls absolviert.

"Warum sie aus heiterem Himmel plötzlich lospreschten, kann ich mir nur so erklären, dass es irgendeine Manipulation gegeben hat", betont Tilmann. Das erinnere ihn an einen Fall, der sich im Juni 2010 auf der Neusser Furth ereignete. Eines seiner Pferde sei beim Schützenfest plötzlich losgaloppiert, nachdem es mit Plastikmunition beschossen worden war. Auch damals wurden sechs Menschen verletzt.

Es sei traurig, sagt der Reitstallbesitzer, "dass nun so viele außenstehende Leute mit Unverständnis auf das Geschehen reagieren". Noch am Freitag habe er mit mehreren Verleiher-Kollegen telefoniert, man habe sich gegenseitig Glück für die bevorstehenden Karnevalstage gewünscht. "Mit der Hoffnung, dass nichts passieren möge", sagt der 68-Jährige, der den Reitstall jetzt an seine Söhne übergeben hat: "Denn wenn etwas passiert, sind immer wir die Gelackmeierten, die darunter zu leiden haben."

Nachdem sie durchgegangen sind, sollen die beiden Kaltblüter künftig nicht mehr bei Karnevals- oder Schützenumzügen eingesetzt werden. "Sie werden einen anderen Job bekommen, und zwar jenseits der Straße", kündigt Friedhelm Tillmann an. "Voraussichtlich als Reit- oder Schulpferde."

(NGZ)