Kaplan Niccolo Galetti wechselt nach Grevenbroich

St. Peter und Paul bekommt Verstärkung : Neuer Kaplan ergänzt das Seelsorger-Team

Zuletzt war Niccolo Galetti in Gummersbach seelsorgerisch tätig. Sonntagabend wird der Kaplan in St. Peter und Paul eingeführt.

„Ich bin bereit, mich senden zu lassen“, sagt Niccolo Galetti. Als weiterer Kaplan komplettiert er im Erzbistum Köln nun die Pfarreiengemeinschaft Grevenbroich. Sonntagabend, 19 Uhr, wird er feierlich durch Pfarrer Meik Peter Schirpenbach in St. Peter und Paul eingeführt. „Ich bin aufgeregt“, bekennt der 34-jährige Italiener, der ursprünglich aus der berühmten Geigenbauer-Stadt Cremona stammt und zuletzt in Gummersbach seelsorgerisch tätig war.

Positiv sei die Aufregung, „mehr im Sinne einer Vorfreude auf die neuen Aufgaben und Begegnungen“, sagt der Kaplan. „Es ist die wunderbare Gelegenheit, mich wieder auf Neues einzulassen.“ Zu seinen Schwerpunkten wird die Vorbereitung der Kinder auf ihre Erstkommunion ebenso wie die Organisation und Durchführung von Schulgottesdiensten gehören – „und für alles andere bin ich offen“, blickt er erwartungsfroh in die Zukunft. Zu seiner neuen Wirkungsstätte zählen 21 Pfarrgemeinden mit 41.000 Menschen, „eine der größten im Erzbistum Köln“. Weite Strecken zurückzulegen, um die Menschen zu erreichen, ist ihm aus der bisherigen Tätigkeit „nicht fremd. Zuletzt war ich etwa 1000 Kilometer pro Monat unterwegs.“ Zum Abschied haben ihm seine Gummersbacher Freunde ein Fahrrad geschenkt. „Das kann ich jetzt gut nutzen. Grevenbroich ist ja nicht so hügelig.“

„Ich kenne das Leben mit und ohne Glauben“, beschreibt er seinen Werdegang. Als kleiner Junge wollte er Architekt werden, der Papa war in der Baubranche tätig. Bis zum Abitur schlummerte dieses Berufsziel in ihm. Und nach der Trennung von seiner damaligen Freundin „hat Gott mich überrascht“, sagt er über seine „unerwartete Berufung“, die auch im Kontext mit dem Weltjugendtag im Sommer 2002 steht – damals reiste Niccolo Galetti nach Toronto und erlebte die Predigt von Papst Johannes Paul II. Prombt meldete er sich anschließend zum Seminar an, das ihn aus der Heimat nach Köln führte. „Das Leben mit Glauben ist eine schöne Erfahrung, bisher hat Gott mich immer positiv überrascht“, sagt er über seinen Werdegang.

Sein Beruf ist fürwahr Berufung, und anders als in weltlichen Beschäftigungsverhältnissen werden keine Bewerbungen verschickt, „ich bin da, wo ich gebraucht werde“. Wie stark Gottes Wort auf ihn wirkt, stellte er zuletzt bei einer Wallfahrt nach Palästina fest. „Natürlich hat mir der Wechsel aus Gummersbach nach Grevenbroich auch Sorgen gemacht“, schließlich lässt er lieb gewonnene Menschen dort zurück. Aber als er zusammen mit anderen die Geburtskirche Jesu besuchte, schlug sich seine Bibel beim Gang in die Grotte wie von selbst im Lukas-Evangelium auf. „Fürchtet euch nicht“, las Niccolo Galetti und „dieses schöne Erlebnis verstand ich als Vorschau auf Grevenbroich“.

Am Freitagabend bezieht er sein neues Domizil, Sonntagabend stehen dann feierliche Einführung und erste Begegnungen mit anderen Gemeindemitgliedern an. „Das große Schützenfest habe ich nun leider verpasst“, bedauert er, „aber in Gustorf wird ja noch gefeiert.“ Und besonders freut er sich auf den Herbst, denn im Oktober wird sich Niccolo Galetti auf die nächste Wallfahrt, diesmal nach Rom, machen.