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Kapellener Fackelzug zeigt Immerather Dom.

Kapellener Fackelzug zeigt Immerather Dom : Schützen erinnern an abgerissenen Dom

Letzter Pastor von Immerath besucht Gilverath - und im Oktober kommt Gregor Gysi zur Friedenskapelle.

Der Abriss des Immerather Doms hat Günter Pesch bewegt. „So etwas geht an einem Krippenbauer nicht spurlos vorbei“, sagt der Bäckermeister aus Gilverath. Um an das für die Braunkohleförderung abgerissene Gotteshaus im Kreis Heinsberg zu erinnern, hat er es gemeinsam mit den Schützen des Jägerzuges St. Johannes nahezu maßstabsgetreu nachgebaut. Das fertige Werk wird am Samstag Abend im Kapellener Fackelzug zu sehen sein. Am Freitag wurde es bereits von Günter Salentin in Augenschein genommen - der war der letzte Pfarrer von Immerath und trug vor dem Abriss das Allerheiligste aus dem imposanten Dom. „Das war eine Ehre, zugleich aber auch eine schmerzhafte Tat“, sagt er.

Der Nachbau mit seinen beiden 2,20 Meter hohen Türmen ist mit 600 Lichtern ausgestattet worden, die die aus Tiffany-Glas hergestellten Fenster so richtig zum Leuchten bringen sollen. Günter Salentin zeigte sich von dem voluminösen Machwerk durchaus angetan. „Schön gemacht“, sagte der Pfarrer. Nach dem Fackelzug wird der „Dom“ zurück in die Werkstatt von Günter Pesch kehren, um dort zu einer großen Krippe umgebaut zu werden. Die wird dann in der Weihnachtszeit in der Gilverather Friedenskapelle ausgestellt.

Das kleine Gotteshaus ist ebenfalls auf der Fackel von St. Johannes zu sehen - und zwar verziert mit sechs Glocken. Und das ist so etwas wie ein Wink mit dem Zaunpfahl. „Denn zur Komplettierung unseres Glockenspiels fehlen uns genau sechs Glocken“, sagt Günter Pesch. „Und dafür brauchen wir noch Sponsoren.“ Der Grundstein für die Friedenskapelle wurde vor mittlerweile 30 Jahren gelegt - und dieser Anlass soll am 29. Oktober gefeiert werden.

Übrigens mit prominenter Besetzung. Denn der Bäckermeister hat Gregor Gysi zu einer erneuten, symbolischen Grundsteinlegung nach Gilverath eingeladen. Und der Präsident der europäischen Linken - der übrigens auch auf der Fackel zu sehen ist - hat für den 29. Oktober sein Kommen fest zugesagt. „Eine solle Sache“, sagt Pesch. Mit Gysi soll an die Grundsteinlegung im Jahr 1988 erinnert werden, für die drei Rentner eigens aus der damaligen DDR ausreisen durften. Ein Wettbewerbs-Luftballon - seinerzeit während des Gilverather Sommerfestes in die Luft entlassen - war ihnen aus dem Westen her zugeflogen.

(wilp)