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Grevenbroich: Kapellen: Ergebnisse liegen vor

Grevenbroich : Kapellen: Ergebnisse liegen vor

Zum Umweltskandal im Neubaugebiet Kapellen liegen weitere Proben-Analysen für mehrere Straßen vor. Ab Oktober soll Schwermetall-haltiges Material unter rund 8200 Quadratmetern Pflastersteinen ausgetauscht werden.

Größtmögliche Aufklärungsarbeit will die Stadt zum Umwelt-Skandal im Neubaugebiet Kapellen leisten, größtmögliche Transparenz versprach die Verwaltung. Doch die Proben-Ergebnisse für mehrere Straßen lagen seit Montag im Rathaus, wurden aber erst gestern auf der Stadt-Homepage veröffentlicht. Dabei warten besorgte Anwohner auf Antwort auf die Frage, ob vor ihren Grundstücken unter den Straßenpflastersteinen Schadstoffe liegen. Sie sorgen sich, dass Schwermetall-haltiges Bettungsmaterial den Boden belasten könnte.

Dezernent Claus Ropertz weist den Vorwurf zurück, das Rathaus habe die Proben-Ergebisse zu lange zurückgehalten: "Wir müssen Zeit haben, die Analysen auszuwerten." Zudem müsse geprüft werden, ob die Texte für Bürger auch verständlich seien.

Die positive Nachricht: Die neu vorliegenden Ergebnisse "zeigen, dass das Material unter dem Pflaster der Dinkelstraße, Am Rübenacker und des größten Teils der Straße Am Gehöft unbelastet ist", erklärt der Fachdienstleiter für Umweltschutz, Klaus Gähl. Diese Straßen sind als letzte — erst Anfang dieses Jahres — fertiggestellt worden.

Mit Schwermetallen belastet ist dagegen, so ergaben jetzt weitere Proben, ein kurzer, neben dem Apothekerpfädchen gelegener Straßenstich der Straße Im Weizenfeld. "Nach einer ersten Analyse waren keine Schadstoffe gefunden worden. Da aber andere Straßen in dem Gebiet betroffen sind, wurden auf dem Teilstück neue Proben entnommen", sagt Gähl, der betont: Der übrige Teil der Straße Im Weizenfeld ist nicht belastet" — diese Straßenabschnitte sind asphaltiert, der Endausbau steht noch an. Mit den neuen Ergebnissen liegen nun fast alle Probenanalysen, mit dem der Umfang der Schadstoffbelastung im Neubaugebiet ermittelt werden soll, vor. Auftraggeber ist der Projektentwickler Deutsche Stadt- und Entwicklungsgesellschaft (DSK). Belastet sind nach Auskunft der Stadtverwaltung Material unter dem Pflaster von Melissen-, Mistel-, Malvenweg, Apothekerpfädchen, dem kurzen, südlichen Straßenstich von Am Gehöft sowie dem Straßenstich Im Weizenfeld. Auf einige Laborergebnisse wartet Gähl noch: In dieser Woche war die Fläche der Grundstücke Im Weizenfeld 27-41 geräumt worden, dort war Baumaterial gelagert worden. Bis Donnerstag wurden auch dort Proben gezogen. Die Grundstücke sollen verkauft werden.

Laut Klaus Gähl sucht der Rhein-Kreis Neuss zudem Interessenten für weitere Proben in Gärten. Der Austausch des Bettungsmaterials soll im Oktober beginnen, dabei werde auf den Schutz der Anwohner und Mitarbeiter geachtet. "Die DSK arbeitet zurzeit in Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Rhein-Kreis Neuss und der Bezirksregierung Düsseldorf am Rückbaukonzept", erklärt Gähl. Während der Austauscharbeiten seien weitere Proben geplant.

Dezernent Claus Ropertz betont, dass die Bürger umfassend informiert werden sollen: "Wir veröffentlichen alle Gutachten zum Thema im Internet, und monatlich steht der Infobus im Kapellener Neubaugebiet — das nächste Mal am Donnerstag, 9. August.

(NGZ)