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Grevenbroich: Kapazität der Flüchtlingsheime erschöpft

Grevenbroich : Kapazität der Flüchtlingsheime erschöpft

Die Bezirksregierung Arnsberg hat der Stadt Grevenbroich 16 weitere Flüchtlinge zugewiesen. In den Flüchtlingsheimen allerdings ist kaum noch Platz. Im Rathaus ist Dringlichkeit bei der Standortsuche für eine weitere Unterkunft geboten.

In den Unterkünften für Asylbewerber wird es in Grevenbroich ziemlich eng. Die Bezirksregierung Arnsberg hat der Stadt erneut 16 Flüchtlinge zugewiesen. Dezernent Claus Ropertz erwartet sie in "spätestens drei Wochen, möglicherweise deutlich früher". Und dann ist Einfallsreichtum gefragt. Schon jetzt sind 205 Flüchtlinge in der Schlossstadt untergebracht - ein Höchstwert. "Im Grunde sind wir schon über unserem Limit", sagt Ropertz. Im Rathaus wird daher fieberhaft nach einem Standort für eine weitere Unterkunft gesucht. "Wir reden von notleidenden Menschen, die wir zugewiesen bekommen und unterbringen müssen. Wir müssen in mehreren Stufen planen und auch über Anmietungen nachdenken", betont Ropertz. Er hofft, dass die Standortsuche bis 3. Juli abgeschlossen ist. Dann tagt der neue Rat erstmals.

Gestern wurde das Thema bei der Sitzung des Verwaltungsvorstands diskutiert. "Es ist nicht leicht, einen geeigneten Standort zu finden", räumt Ropertz ein. Favorisiert werden eine städtische Fläche und eine Container-Lösung. Die Nutzung leerstehender städtischer Gebäude - wie zum Beispiel Schulen - ist vom Tisch. "Eine Container-Lösung bietet gegenüber bestehenden Gebäuden eine ganze Reihe Vorteile", erläutert der Dezernent. "Die Räumlichkeiten können deutlich besser auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten werden." Allerdings muss die Lösung auch bezahlbar sein. "Je nach Standort variieren die Angebote stark im Preis", erklärt Ropertz. Im ersten Schritt sei mit 130 000 bis 160 000 Euro zu rechnen.

Insgesamt sollen 32 weitere Plätze für Flüchtlinge in Grevenbroich geschaffen werden. Eine Aufteilung sei allenfalls eine B-Lösung, favorisiert wird im Rathaus ein Standort. "Die Menschen bedürfen sozialer Betreuung und Hilfe in allen Lebenslagen. Mit einer Lösung an einem Standort werden zum Beispiel überflüssige Wege vermieden", sagt Ropertz. Er weist auf die Dringlichkeit der Standortsuche hin. Denn die Zahl der Asylanträge nimmt laut Bundesamt für Flüchtlinge und Migration stark zu. Für dieses Jahr sind die Daten bis Ende April erfasst, demnach wurden bundesweit 43 519 Erstanträge entgegengenommen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 26 792 Erstanträge. Das bedeutet einen Zuwachs von 62,4 Prozent. Die Zahl der Folgeanträge im bisherigen Jahr 2014 ist mit 6291 gegenüber dem Vorjahreswert von 3467 noch deutlicher gestiegen - um rund 80,6 Prozent. Insgesamt sind damit 49 780 Asylanträge beim Bundesamt eingegangen. Im Vergleich zum Vorjahr - zu diesem Zeitpunkt waren es damals 30 259 - bedeutet dies einen deutlichen Anstieg um 64,5 Prozent.

Die Zahlen verdeutlichen, dass Handlungsbedarf bei den Unterkünften besteht. Die Zuweisung der Flüchtlinge erfolgt in Nordrhein-Westfalen nach einem Verteilungsschlüssel durch die Bezirksregierung Arnsberg - wie auch im Falle der jetzt zugewiesenen 16 Flüchtlinge. Das Land beteiligt sich an den Kosten für die Unterbringung. Diese lagen 2013 in Grevenbroich bei etwa 1,3 Millionen Euro, der Zuschuss des Landes betrug laut Verwaltung knapp 300 000 Euro.

(NGZ)