Anwohner und Stadt gegen Windpark-Pläne bei Busch: Kampf gegen die Energie-Riesen

Anwohner und Stadt gegen Windpark-Pläne bei Busch : Kampf gegen die Energie-Riesen

Von Daniela Buschkamp

Von Daniela Buschkamp

Umzingelt von Windrädern - das fürchten Anwohner aus Busch und um Gut Heckhausen in Zukunft zu sein. Grund dafür sind die Überlegungen der Städte Korschenbroich und Neuss, nahe der Grevenbroicher Stadtgrenze Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen auszuweisen. Während der "Windpark Süd" auf Korschenbroicher Gebiet bereits konkrete Formen annimmt, stehen die Neusser Planungen erst am Anfang. Weitere Pläne für Windräder - hier das Feld auf der Vollrather Höhe - nahe der Grevenbroicher Grenzen zu Korschenbroich und Neuss lassen die Anwohner und Stadtverwaltung rotieren. Während sich in Busch eine Bürgerinitiative formiert hat, will die Verwaltung auch gegen die Neusser Pläne ihre Widerspruchsmöglichkeiten nutzen. NGZ-Foto: H. Jazyk

Rathaus-Sprecher Roland Knapp sagte auf Anfrage der NGZ zum weiteren Vorgehen der Verwaltung: "Auch hier werden wir unsere Bedenken äußern." Nordöstlich des Heckhauserhofes und des Grevenbroicher Stadtteils Busch plant die Stadt Korschenbroich, eine 53 Hektar große Fläche als "Windpark" auszuweisen.

Zum Hintergrund: Die Ausweisung eines solchen Areals ist ein Steuerungsinstrument von Städten und Gemeinden, um den Bau von Windrädern nur in bestimmten Bereichen zuzulassen. Gegen diese Pläne der Nachbarstadt hat sich in und um Busch Widerstand formiert. Heinz Keltjens hat im Namen einiger Anwohner die Bedenken gegen die riesigen Energieerzeuger formuliert: "Der Abstand zu den Orten ist zu gering, wir fürchten Lärm und Schattenwurf."

Gerade mit Blick auf die Entfernung zwischen Konzentrationsflächen und den Wohngebieten teilte die Stadtverwaltung Grevenbroich die Bedenken und legte im Rahmen der Trägerbeteiligung Widerspruch gegen die Korschenbroicher Pläne ein. "Diese Bedenken wurden allerdings zurückgewiesen", so Roland Knapp. Die Stadt habe damit ihre Möglichkeiten zunächst ausgeschöpft. Knapp sieht jetzt noch für die benachbarten Grundstückseigentümer eine Chance, Widerspruch einzulegen.

Jetzt rücken die Windräder auch aus Neuss in Richtung Busch: Als Vorrangfläche soll ein Areal an der A46, die an den Buscher Hof angrenzende Parzelle, ausgewiesen werden. Sie könnte Standort für bis zu sechs Windräder werden. "Unsere Argumentation wird sich nicht ändern, egal, ob Die Flächen in Neuss oder Korschenbroich ausgewiesen werden", kündigte Pressesprecher Knapp an, der gestern einen ersten Blick auf die Pläne aus Neuss konnte. Auch hier wolle die Stadt ihre Bedenken äußern.

Willi Reisepatt, planungspolitischer Sprecher der CDU, gibt ein ähnliches Signal: "Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen - auch wenn uns hier Grenzen gesetzt sind." Trotzdem wollen Heinz Keltjens und seine Nachbarn nicht aufgeben. "Wir werden zwar die Pläne für den Korschenbroicher Windpark wohl nicht verhindern können", sagt der Buscher. Statt auf Resignation setzt der 66-Jährige auf Aktivität - besonders wegen der aktuellen Neusser Pläne.

So will er nicht nur weiter an den entsprechenden Ausschuss-Sitzungen in Grevenbroich, Korschenbroich und Neuss teilnehmen, sondern hat auch einen Briefwechsel mit den drei Städten aufgenommen, sich juristischen Rat eingeholt und auch intensiv in das komplexe Thema Windkraft eingearbeitet: "Ich fühle mich auch etwas verantwortlich für meine älteren Nachbarn, die sich jetzt fragen, was wird."

(NGZ)
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