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Grevenbroich: Kampers Wäldchen wird zum Kunstpark

Grevenbroich : Kampers Wäldchen wird zum Kunstpark

Fast 20 Jahre nach der Landesgartenschau erhält das Kampers Wäldchen einen Namen. Zur Jahresmitte soll es in "Ian-Hamilton-Finlay-Park" umbenannt werden. Damit will die Stadt an den weltbekannten Gartenkünstler erinnern.

Das Kampers Wäldchen erhält einen neuen Namen: Das Gelände, das sich zwischen dem Schloss und der Alten Feuerwache erstreckt, wird im Sommer in "Ian-Hamilton-Finlay-Park" umbenannt. Damit soll an den bekannten schottischen Philosophen und Gartenkünstler erinnert werden, der in Grevenbroich seine Spuren hinterlassen hat. "Finlay ist eine Weltmarke", sagt der Neusser Architekt Georg Penker: "Mit diesem Namen kann und sollte die Stadt protzen."

Penker plante die Landesgartenschau 1995 und konnte Finlay für die Neugestaltung von Kampers Wäldchen gewinnen. Die Kulturstiftung der Sparkasse Neuss erwarb damals neun Werke des zurückgezogen lebenden Künstlers und stellte sie der Stadt als Dauerleihgabe zur Verfügung. "Damals ist es im Eifer des Gefechts wohl vergessen worden, dem Park einen Namen zu geben — das wird nun nach 20 Jahren nachgeholt", so Penker.

Und nicht nur das: Die Finlay-Kunstwerke werden gereinigt und zum Teil freigeschnitten, abmontierte Skulpturen werden wieder aufgestellt. Außerdem soll eine hölzerne Pergola, die mit den Jahren verrottete, nach den Plänen des Meisters rekonstruiert werden. "Der Park wird zu einem Gesamtkunstwerk — und damit wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt", erklärt Georg Penker. Dazu soll auch eine Steinskulptur mit einer Bronzetafel beitragen, die an das Werk von Finlay erinnern wird. Hierfür konnte wieder die Sparkassen-Stiftung gewonnen werden, die 2014 auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken kann.

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Die Stadt hat sich bereits das offizielle "Okay" zur Umbenennung des Parks eingeholt: Pia Simig, die Nachlassverwalterin des 2006 gestorbenen Künstlers, erteilte die Genehmigung, dass der Name Ian Hamilton Finlays verwendet werden darf. Das wird der Technische Beigeordnete Werner Hoffmann am Dienstag in einer gemeinsamen Sitzung des Kultur- und Planungsausschusses erklären. Bei dieser Gelegenheit wird Georg Penker das Projekt näher erläutern.

Finlay hinterließ in Grevenbroich Skulpturen, Inschriften und Büsten, mit denen an die europäische Geistesgeschichte des 17. und 19. Jahrhunderts erinnert wird. "Seine Werke sind nicht leicht zu verstehen", meint Georg Penker. Er wünscht sich, dass künftig mehr auf den Skulpturenpark hingewiesen wird — etwa in den weiterführenden Schulen oder im Museum der niederrheinischen Seele. "Es muss langfristig eine Linie eingehalten werden", meint der Architekt. Der 88-Jährige könnte sich hier auch eine Verbindung mit der nahe gelegenen Insel Hombroich vorstellen: "Der Finlay-Park ist zwar 20 Mal kleiner als Hombroich — aber vom Inhalt und der Qualität durchaus vergleichbar", meint Penker.

Der Neusser hatte 2012 gegenüber unserer Zeitung sein Unverständnis über den verwahrlosten Zustand des Skulpturenparks geäußert, dies sei skandalös. Schon damals hatte Penker eine Revitalisierung vorgeschlagen.

(NGZ)