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Grevenbroich: Kaltes Wetter belastet Händler und Wirte

Grevenbroich : Kaltes Wetter belastet Händler und Wirte

Bikini kaufen? Denkste! Den Garten neu bepflanzen? Auf keinen Fall! Ein Eis schlecken? Nein, danke! Das miese Frühlingswetter macht Händlern derzeit schwer zu schaffen. Viele Branchen klagen über Umsatzeinbußen.

Brrrr, ist das ungemütlich! Dauerregen und Temperaturen um die neun Grad vermiesen den Frühling. Aus dem Wonnemonat wird immer mehr ein Wannemonat. Denn derzeit sehnt man sich mehr nach einem heißen Schaumbad als nach einem Sprung vom Dreimeterbrett ins Freibadbecken. Und ein Eis — wer mag das schon bei diesem Wetter?

Christian De Pizzol, Inhaber des Eiscafés "Toto" in der Innenstadt, kann davon ein Lied singen — ein trauriges: "Unsere Kunden und wir haben uns schon auf eine schöne Saison gefreut, doch jetzt hält das Wetter dagegen, viele Leute sind unzufrieden", beklagt er. Seine Eismaschine hat De Pizzol daher erst einmal ausgeschaltet: "Ich kann derzeit keine neue Ware machen, weil sie sowieso nicht gekauft wird."

Nicht besser sieht es bei den Blumenhändlern aus. Theo Krüppel aus Allrath hat bereits die Konsequenzen aus dem grauen Frühling gezogen: "Wir haben neun feste Mitarbeiter, momentan müssen acht von ihnen zu Hause bleiben. Denn bei diesem Wetter kann man nicht arbeiten", meint er. Krüppel trifft der späte Frühling besonders hart: "Wir haben keine Frühjahrsware verkauft. Der Umsatz an Frühblühern ging um 70 Prozent zurück. Das geht an die Substanz", ärgert sich der Geschäftsmann.

Bei wolkenverhangenem Himmel denkt auch kaum jemand an Bikini und Co. Das muss derzeit Sandra Meurer, Mitarbeiterin von Wäschemode Jansen in der Innenstadt, feststellen: "Die Kunden, die bei uns jetzt Bademoden kaufen, decken sich für den Urlaub ein. Insgesamt läuft der Verkauf eher schleppend."

Nora Timmerbeil, Geschäftsführerin des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes, kann diesen Trend bestätigen: "Der Kauf von Frühlingsware ist wetter- und stimmungsabhängig. Was gebraucht wird, ist schönes und stabiles Wetter. Einzelne Sonnentage können nicht viel bewirken", meint die Fachfrau. Auf eine solche Witterung hofft auch Nicole Feuster von Boutique "Rebell": "Für mich ist jeder ein Held, der bei dieser Witterung ein T-Shirt kauft", meint sie lächelnd. Trotz des Regens ist sie aber unter dem Strich zufrieden: "Einige Sommerkleider und Tops habe ich schon verkauft", sagt Feuster.

Graue Wolken und Bibber-Temperaturen locken derzeit auch kaum jemanden zum Stadtstrand, der seine Tore vorübergehend geschlossen hat. Timo Gössing vom "Evita Beach" nimmt es gelassen: "Wir haben halt einen deutschen Sommer. Die Sonne wird schon noch herauskommen", hofft er.

Freuen können sich indes die Reisebüros — denn sie scheinen die einzigen zu sein, die aus dem Dauergrau derzeit Profit schlagen können. Cornelia Verhoeven vom Neckermann-Reisebüro im Montanushof meint: "Das schlechte Wetter kommt uns zugute. Wir haben mehr Nachfragen als sonst." Dieser Trend wird sich fortsetzen. Für die nächsten Tage verspricht die Wettervorhersage noch nichts Gutes.

(NGZ/rl)