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Grevenbroich: Kälbchengeburt zum Fest

Grevenbroich : Kälbchengeburt zum Fest

Auf dem Hof der Familie Terhardt beginnt vor dem Weihnachtsfest die stressige Zeit. Neben der Milchproduktion laufen die Arbeiten im Hofladen auf Hochtouren. Mittendrin wird dann auch noch ein Kalb geboren.

Laut Lukasevangelium wurde Jesus in einem Stall in Betlehem geboren. 2011 Jahre später, in einem Stall bei Laach, kommt ein kleines Kälbchen auf die Welt. Die Mutterkuh trägt keinen Namen, sondern die Nummer 686. Ihr Nachwuchs heißt Lisa — wie alle Jungtiere. Auf dem Bauernhof der Familie Terhardt in Laach gibt es auch über Weihnachten viel zu tun. Landwirt Christoph Terhardt hat für die NGZ seine Ställe geöffnet.

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75 Milchkühe, weitere 75 Kühe in der Nachzucht und ein Bulle leben in den Ställen. Der 46-jährige hat den Familienbetrieb von seinem Vater Wilhelm übernommen. "Mit 21 Jahren habe ich angefangen, hauptberuflich den Hof zu führen. Doch auch als Kind hat man natürlich mit angepackt", erzählt Christoph Terhardt.

Das Weihnachts-Kalb trägt den Namen Lisa — wie alle anderen Kühe und Kälbchen. "Alle Tiere tragen laufende Nummern. Diese werden vom Land Nordrhein-Westfalen vergeben. Wenn wir von Lisa reden, weiß bei uns jeder, dass es um eine Kuh geht", erklärt Terhardt. Das Weihnachts-Kalb ist eines von 80 Kälbern, die pro Jahr geboren werden. "Jede Kuh kalbt im Durchschnitt pro Jahr einmal. Damit die Milchmenge stimmt, bleiben die Kühe vier bis fünf Jahre auf unserem Hof. Danach müssen sie uns verlassen", erklärt der Landwirt.

Nach dem stressigen Start in den Tag läuft die übliche Routine auf dem Hof ab. "Der Tag beginnt um 5.30 Uhr mit dem Melken der Kühe. Dann folgen Stallarbeiten. Um 8 Uhr wird gefrühstückt, danach werden Tagesarbeiten erledigt", so Terhardt. Neben der Milchproduktion wird in der eigenen Schlachterei das Fleisch zum Fest vorbereitet: "Vor den Weihnachtstagen herrscht dort natürlich Hochbetrieb." Sein Bruder Klaus Terhardt ist für den Metzgerei-Betrieb zuständig.

Über die Festtage kehrt bei der Familie allerdings etwas Ruhe ein. Zusammen mit Frau Maria (46) und den drei Kindern im Alter von zwölf bis 21 wird der Landwirt die Feiertage verbringen. "Man versucht die wöchentlichen Arbeiten auf die Tage vor dem Fest zu verlegen. Dann hat man Heiligabend ein wenig Freizeit", sagt Terhardt. "Doch unvorhergesehene Dinge können natürlich immer passieren."

Dass an den Festtagen noch ein weiteres Kälbchen geboren wird, ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Das Weihnachts-Kalb wird wohl das jüngste Tier auf dem Hof bleiben — allerdings nur bis Silvester. "Laut Plan wird zwischen den Tagen noch ein weiteres Kalb zur Welt kommen", erklärt Christoph Terhardt. Doch eines steht schon jetzt fest: Der Name dieses Kalbs wird natürlich auch Lisa sein.

(NGZ/rl)