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Grevenbroich: Junges Musikvideo-Talent aus Gustorf

Grevenbroich : Junges Musikvideo-Talent aus Gustorf

Clemens Florack ist gerade mal 16 Jahre alt, seine Musikvideos wurden bei YouTube allerdings schon mehrere Tausend Mal angeklickt. Der talentierte Videomacher hat ein Auge für Bildästhetik – und arbeitet an der Kamera mit Akribie.

Clemens Florack ist gerade mal 16 Jahre alt, seine Musikvideos wurden bei YouTube allerdings schon mehrere Tausend Mal angeklickt. Der talentierte Videomacher hat ein Auge für Bildästhetik — und arbeitet an der Kamera mit Akribie.

In insgesamt drei Videos hat er die Musiker begleitet. Foto: ON/Screenshot

Angefangen hat alles mit Freunden von Freunden. Clemens Florack (16) besuchte einen Auftritt der Selina E. Band — und kam nach dem Konzert mit den jungen Musikern ins Gespräch. "Freunde von mir kannten die Band, so hat alles angefangen", sagt Florack. Ein paar Wochen später sprachen die Musiker den Gustorfer an. Sie hatten gehört, dass er bei Schulprojekten kleine Videoreportagen angefertigt hatte — und brauchten jemanden, der ihnen beim Dreh für ein Musikvideo zur Seite stand. "Das war der Startschuss für das Video zum Song ,Gegen dich'", sagt Clemens Florack.

Seine Videos stellt er unter dem Namen "Media Event Tech" ins Netz. Foto: ON/Screenshot

Vor allem aber war es der Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit. Fast 7000 Mal wurde das vor einem Jahr auf YouTube veröffentlichte Musikvideo bisher angeklickt. Eine Zahl, von der junge Bands und Videomacher oft nur träumen können. "Das ist natürlich großartig", sagt Clemens Florack. Inzwischen hat er drei Videos mit der talentierten Grevenbroicher Nachwuchsband gedreht. Es scheint, als haben sich da ein paar kreative Jung-Künstler gefunden, die sich bestens verstehen. "Weitere Videos sind bereits in Planung", sagt Florack.

Gerade in den Ferien verbringt er viel Zeit am heimischen Computer. "Bei einem Video nimmt der Schnitt die meiste Zeit in Anspruch", sagt Clemens Florack. Nach den Ferien kommt er in die elfte Klasse des Pascal-Gymnasiums. Dort hat er sich als Filmemacher bereits bei der "Innovativen Nachhaltigkeits-AG" verdient gemacht, in der sich Schüler für einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde einsetzen. Aktivitäten der AG hat Clemens Florack gefilmt. "Dabei habe ich im Umgang mit der Kamera viel gelernt", sagt er.

Durch die Musikvideos hat er sich dann einen Namen in der heimischen Musikszene gemacht. Konzertmitschnitte oder Interviews zum Kultus-Open-Air hat er inzwischen ebenfalls abgedreht. Auch die Band "Higher Ground", in der sein Vater Stefan Pelzer-Florack aktiv ist, hat er bereits gefilmt.

Die Begeisterung für Videotechnik lässt Clemens Florack nicht mehr los. "Ich möchte später auch beruflich etwas in diesem Bereich machen", sagt er. Beigebracht hat er sich alles selbst — mit einer alten Kamera, die er zu Hause in einem Schrank gefunden hat. Für die Musikvideos allerdings taugt diese nicht. "Da leihe ich mir dann eine professionelle Ausrüstung. Eine Kamera, wie ich sie da verwende, kostet 4000 bis 5000 Euro. Das kann ich mir nicht leisten", sagt Florack. Denn gedreht hat er seine Videos fast ausnahmslos kostenfrei — als Freundschaftsdienste. "Für mich ist das ja auch immer die Gelegenheit, weiter dazu zu lernen."

Inzwischen aber ist Clemens Florack so gut, dass er durchaus den ein oder anderen Euro für seine Arbeit nehmen könnte. Einen Markt für Musikvideos gibt es ohnehin: Als Promotion-Instrument sind sie nach dem Aus von TV-Sendern wie MTV und Viva gefragt wie nie — im Internet. Der Haken: Reich werden kann damit kaum ein Videomacher. Aber die in der Regel zwischen drei und vier Minuten langen Werke können helfen, dass eine der großen Bands auf einen jungen Künstler aufmerksam wird.

(NGZ)