Grevenbroich: Junge Händler feilschen um Spielzeug

Grevenbroich : Junge Händler feilschen um Spielzeug

Auf der Museumswiese wurden Kinder und Jugendliche gestern zu Händlern: Beim Flohmarkt "Lego, Barbie & Co." verkauften sie altes Spielzeug und ausgemusterte Kleidung. Mehr als 400 Besucher strömten auf den Trödel.

Auf der Museumswiese wurden Kinder und Jugendliche gestern zu Händlern: Beim Flohmarkt "Lego, Barbie & Co." verkauften sie altes Spielzeug und ausgemusterte Kleidung. Mehr als 400 Besucher strömten auf den Trödel.

Es dauert nicht mal eine Stunde bis die "Warrior Cats" den Besitzer wechseln. Gleich 15 Bücher der Fantasy-Reihe hat die 14-jährige Hanna mit zum Kinderflohmarkt "Lego, Barbie & Co." auf die Museumswiese gebracht - und alle auf einen Schlag verkauft. Groß Feilschen muss sie dabei gar nicht. Zwei Euro nimmt Hanna pro Buch der Reihe, die bei jungen Lesern enorm hoch im Kurs steht. "Bei anderen Büchern ist der Preis zum Teil niedriger", sagt Hanna. Ihr Angebot kommt an: Nach noch nicht mal zwei Stunden hat sie gestern bereits zwei ihrer fünf Kisten voller Bücher wieder ins Auto bringen können. "Leergekauft", sagt Hanna.

Die Schülerin ist mit ihrem Erfolg bei der dritten Auflage des Flohmarkts, bei dem ausschließlich Kinder und Jugendliche als Händler zugelassen sind, nicht allein. 60 Stände sind rund um die Wiese aufgebaut. Elke Wowra vom Fachbereich Kultur, der den Flohmarkt organisiert hat, ist hochzufrieden. "Mehr als diese 60 Stände sind eigentlich auch nicht machbar. Auf der Wiese ist zwar noch Platz, aber die nahegelegenen Parkplätze sind begrenzt." Und damit auch schon ziemlich früh besetzt. Schon gestern Morgen um 7.10 Uhr rücken die ersten jungen Händler mit ihren Eltern an und beginnen mit dem Aufbau. Der ganz große Andrang beginnt dann um 9.30 Uhr. Anderthalb Stunden später öffnet der Markt offiziell.

Schnell ist eine ganze Menge auf der Museumswiese los. Nicht nur am Stand von Hanna, die ihre Freundin Marie (14) als Verstärkung mitgebracht hat, wird eifrig gestöbert. Spiele, Bücher, Kleidung, Playmobil und vieles mehr wechselt den Besitzer. Mitunter wird nachverhandelt, für die jungen Händler eine erste Erfahrung in Sachen Angebot und Nachfrage. Aber in der Regel sind sich Käufer und Verkäufer schnell einig.

"Was kosten die CDs mit den Kinderliedern?", möchte eine Mutter wissen. "50 Cent." Und schon ist das nächste Geschäft abgeschlossen. Nebenan wird gerade über ein Piratenschiff von Playmobil verhandelt. Gut erhalten, mit ein wenig Zubehör. Ein Spielzeug-Klassiker, der manchem Vater, der mit seinen Kindern zum Flohmarkt gekommen ist, ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Nostalgie. Erinnerung. Und die Gewissheit, dass sich vielleicht vieles im Laufe geändert haben mag, aber eben doch nicht alles: Mit so einem Piratenschiff hat so mancher, der heute als Vater einen Kinderwagen vor sich herschiebt, einst selbst in jungen Jahren gespielt.

Und manche der Bücher, die den Besitzer wechseln, kennen Generationen. Denn es sind nicht nur neue Reihen wie die "Warrior Cats" gefragt, sondern auch "Hanni und Nanni" von Enid Blyton oder Michael Endes "Momo".

Der Fachbereich Kultur nutzt den Flohmarkt auch, um auf die Angebote des Museums aufmerksam zu machen. Im Inneren der Villa Erckens ist eine bequem über die Terrasse zu erreichende Cafeteria aufgebaut. "Wir hoffen natürlich, dass wir bei manch jungem Besucher und seinen Eltern das Interesse für das Museum wecken - und sie wiederkommen", sagt Wowra.

(NGZ)
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