Grevenbroich Jugendtreff GOT kommt ohne Spenden nicht aus

Grevenbroich · Nur mit Spenden und viel Ehrenamtler-Einsatz kommt der Jugendtreff über die Runden – und kann dabei auch noch neue Angebote machen.

 Jugendtreff-Leiter Christoph Bongers setzt beim GOT-Programm auf einen Mix bewährter und neuer Angebote – und auf viele Ehrenamtler.

Jugendtreff-Leiter Christoph Bongers setzt beim GOT-Programm auf einen Mix bewährter und neuer Angebote – und auf viele Ehrenamtler.

Foto: NGZ-Foto. L. berns

Nur mit Spenden und viel Ehrenamtler-Einsatz kommt der Jugendtreff über die Runden — und kann dabei auch noch neue Angebote machen.

Pech im Jugendtreff St. Josef: Ein Wasserrohrbruch unterbrach die Sanierungsarbeiten auf der Kegelbahn im Keller, Handwerker rückten gestern an. "Das ist typisch für unser 34 Jahre altes Haus. Immer mal wieder ist etwas defekt und muss repariert werden", sagt Christoph Bongers, Leiter der sogenannten GOT (Ganz offene Tür).

Allzu große Reparaturen dürfen auf den Jugendtreff aber möglichst nicht zukommen, das Budget ist knapp. "Mit der Förderung durch Stadt, Land und katholische Kirche könnten wir die Betriebskosten für den Treff nicht aufbringen. Wir sind auf Spenden und auf ehrenamtlichen Einsatz angewiesen", betont der 40-Jährige. Die Sparkasse Neuss unterstützt das Haus und der Lions Club Grevenbroich, der kurz vor Weihnachten zum achten Benefiz-Konzert — mit dem Bundeswehr-Musikkorps — lud. "Durch die Konzerte erhalten wir jeweils 4000 bis 6500 Euro", sagt Christoph Bongers erfreut über die Geldspritze.

Der GOT-Leiter klagt aber nicht über die Finanzlage. "Wir wissen ja, dass auch bei der Stadt Geld knapp ist — und dass viele Vereine und Einrichtungen mehr Unterstützung bräuchten. Ich denke aber, der Bund müsste sich in der Jugendarbeit mehr engagieren", erklärt Bongers. Sagt's und macht weiter — mit einem kleinen Hauptamtler-Team, zu dem Margret Alsters-Schellen, Svenja Philippsen und Wolfgang Faßbender gehören, mit viel Kreativität und freiwilligem Engagement von rund 70 Helfern. "Von Ehrenamtlern wird zurzeit die Kegelbahn erneuert und nebenan das gut ausgestattete Sportstudio betreut. Mit Freiwilligen können wir vieles im Haus selbst machen und damit Kosten sparen", sagt Bongers.

Ehrenamtler helfen auch beim Osterferienprogramm — täglich von 9 bis 17 Uhr mit Billardturnier, Fahrten zur Soccer-Halle und zum Krefelder Zoo und vielem mehr. Auch die Vorbereitungen für den Kinderkarneval an Altweiber (27. Februar, ab 11.11 Uhr) mit einem Umzug laufen. "Dazu kommen rund 300 Kinder, so Bongers, der beim GOT-Jahresprogramm auf einen Mix von Bewährtem und Neuem setzt. Premiere hatte jetzt das "Fifa 14"-Turnier auf der Playstation 3 — mit 45 Teilnehmern und 200 Zuschauern. "Wegen des Erfolgs wollen wir das Turnier im Juni wiederholen", kündigt Bongers an. Das Besondere: Organisiert wurde die Veranstaltung von Besuchern und Ehrenamtlern. "Sie wissen oft eher als wir Mitarbeiter, was Jugendliche sich wünschen. Und ihr Erfolg spornt andere an, die sehen, was man mit Eigeninitiative erreichen kann", so Bongers.

Neu in der Südstadt-GOT ist auch ein Babysitter-Kursus, zu dem sich bislang elf Teilnehmer angemeldet haben. Eine gute Möglichkeit, das Taschengeld aufzubessern. Doch die 2013 gestartete Taschengeldbörse ist noch nicht in Schwung gekommen. "An interessierten Jugendlichen, die Arbeiten übernehmen wollen, mangelt es nicht. Rund 20 haben sich gemeldet. Doch uns fehlen Erwachsene, die Arbeitsgelegenheiten anbieten", erklärt Bongers. Das ist somit eine der "Baustellen" für die Zukunft im Jugendtreff.

(NGZ)
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