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Grevenbroich: Jugendrat will Disco-Bus

Grevenbroich : Jugendrat will Disco-Bus

Der letzte Zug ist längst weg, für die Heimfahrt bleibt nur das teurere Taxi. Vor diesem Dilemma stehen viele Jugendliche, die in Discos in Düsseldorf feiern wollen. Der Jugendrat engagiert sich deshalb für einen Disco-Bus.

Für viele junge Erwachsene gilt Grevenbroich als beinahe ,partyfreie Zone'. "Außer dem ,Almrausch" im Montanushof gibt's in der Stadt für uns fast nichts", erklärt Niklas Polster (18) vom Jugendrat. "Viele fahren deshalb nach Düsseldorf — in die Altstadt oder beispielsweise in die Discos ,3001' und ,Nachtresidenz'." Wohin es auch geht, das Problem sei dasselbe: "Der letzte Zug ab Düsseldorf Hauptbahnhof nach Grevenbroich fährt um 23.40 Uhr ab. In den Discos geht es aber erst ab Mitternacht richtig los." Spätere Züge endeten in Neuss. "Ein Taxi von dort nach Hause ist teuer. Und wenn man mit dem Auto nach Düsseldorf fährt, muss man oft viel für's Parken zahlen."

2009 tourte der Jugendrat durch die Stadtteile. "Dabei wurde immer wieder dieses Problem angeprochen", berichtet Jugendratsmitglied Sarah Lata (18). Das sechsköpfige Jugendrat-Team will das Thema nun anpacken: "Eines unserer Ziele für 2010 ist eine Disco-Linie zwischen Grevenbroich und Neuss Hauptbahnhof. Wer werden nach Karneval mit dem Busverkehr Rheinland und mit Privat-Busunternehmen Gespräche führen", kündigt Polster an.

Der Bus soll freitag- und samstagabends nach Neuss fahren und die Besucher gegen 3 Uhr morgens wieder zum Grevenbroicher Bahnhof bringen. "Mit diesem Bus kommen Disco-Besucher weniger in Versuchung, mit dem Auto nach Düsseldorf zu fahren und sich dann trotz Alkoholgenuss hinters Steuer setzen", erläutert Fabio Cardace (17) vom Jugendrat. Als Bus-Fahrpreis schweben dem Team 2,50 Euro vor. "Uns ist klar, dass das nicht kostendeckend ist. Wir suchen Sponsoren und wollen auch Einnahmen aus den Partys, die wir veranstalten, dafür verwenden", so Polster. Stadtjugendpfleger Wolfgang Hufendiek findet die "Idee für einen solchen Bus sehr gut, ein solches Angebot ist wünschenswert." Bei früheren Anläufen habe sich die Frage der Finanzierung gestellt, "die Stadt kann die Fahrten nicht finanzieren. Ich finde es prima, dass der Jugendrat sich engagiert und auch Party-Einnahmen dafür einsetzen will."

Auch ein weiteres Ziel, die Verbesserung des Freizeitangebots in der Stadt für Jugendliche, hat der Jugendrat nicht aus dem Blick verloren. "Aus der Politik kamen bereits verschiedene Vorschläge, etwa für eine Skateranlage an der Spielspinne und für ein Jugendzentrum in Neurath", sagt Polster. Auch die Alte Feuerwache solle für den Jugend-Bereich umgebaut werden. "Wir möchten uns mit den Vorsitzenden der Parteien und der Jugendorganisationen zusammensetzen, um Klarheit zu bekommen, was die Politiker für Jugendliche verbessern möchten."

Der Jugendrat wird auch im Jugendhilfeausschuss gehört, er ist neuerdings darin mit beratender Stimme vertreten. "Das zeigt, dass unsere Arbeit anerkannt wird", sagt Sarah Lata erfreut.

(RP)