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Grevenbroich: Jugendliebe im TV gefunden

Grevenbroich : Jugendliebe im TV gefunden

Walter Ley aus Bergheim suchte mehr als 40 Jahre lang nach seiner ersten Liebe Magdalena aus Grevenbroich.Erst mit der Hilfe von Inka Bause und durch das neue TV-Format "Jugendliebe" konnte er sie finden – in Australien.

Es war im Jahr 1969. Der damals 19-jährige Walter Ley holte seine Jugendliebe Magdalena mit seinem weißen Ford Taunus in Neuenhausen ab, um sie zum Tanzen auszuführen. "Damals gab es in Bedburg noch drei Diskotheken", erinnert sich der Bergheimer heute. Über ein Jahr lang waren sie ein Paar. Doch als der verliebte junge Mann seine Freundin mit auf den elterlichen Hof brachte, bekam das Glück einen Knick: "Wir hatten Landwirtschaft. Magdalena machte eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Mit ihren langen blonden Haaren und den rot lackierten Fingernägeln passte sie einfach nicht ins Bild meiner Eltern", erzählt Ley. Irgendwann hielt er den Sticheleien nicht mehr stand und beendete die Beziehung zu Magdalena, ohne ihr die wahren Hintergründe zu erklären. "Damals waren die Jugendlichen nicht so stark wie heute", sagt er und lächelt.

Vergessen hat er sie nie, seine Jugendliebe. Immer wieder hat er versucht, sie zu finden. "Ich bin zu ihrer alten Adresse gefahren, aber in dem Haus wohnen mittlerweile andere Leute, die mir auch nicht sagen konnten, wo sie steckt." Auch beim Einwohnermeldeamt hatte Walter Ley keinen Erfolg. Die Hoffnung flatterte ihm mit einer Anzeige in einer Tageszeitung vor etwa drei Jahren vor die Türe. Der Fernsehsender RTL suchte für ein neues Format Menschen, die auf der Suche nach ihrer Jugendliebe waren. "Ich habe mich sofort beworben. Aber es hat einige Jahre gedauert, bis ich etwas gehört habe", so Ley.

Die Mitarbeiter des TV-Senders fanden heraus, dass Magdalena ihren Vornamen geändert hatte und jetzt Marlene heißt. Außerdem hat sie geheiratet und trägt den Nachnamen ihres Mannes. Doch die größte Schwierigkeit: Sie wohnt heute in Australien.

Im September vergangenen Jahres war es so weit: Walter Ley durfte am zweiten Drehtag im Beisein der Moderatorin Inka Bause "seine" Marlene treffen und sie in einem Ford, der seinem von damals glich, nach Bedburg zum Tanzen fahren. "Die Gefühle, die ich hatte, waren unbeschreiblich. Aber jetzt bin ich auch beruhigt, weil ich weiß, was aus ihr geworden ist." Marlene habe die Situation mit seinen Eltern vor mehr als 40 Jahren nicht mitbekommen. Für sie war die Geschichte abgehakt. Dennoch habe sie sich gefreut, Walter Ley wiederzusehen. "Heute haben wir Kontakt über Telefon oder per Email. Außerdem planen wir, uns mit unseren Familien gegenseitig zu besuchen", sagt er – und ist froh, seine Jugendliebe endlich getroffen zu haben.

(NGZ)