Jugendamtselternbeirat in Grevenbroich will Betreuungslücke schließen

Kindergärten in Grevenbroich : Beirat will Betreuungslücken schließen

Der Jugendamtselternbeirat arbeitet jetzt mit einem vergrößerten Team. Er wartet auf eine Rückzahl-Lösung, wenn in Kitas wegen Personalnot Kinder nicht betreut werden. Zudem will er Betreuungslücken vor dem Schulstart schließen.

Auf eine breitere Basis kann der neue Jugendamtselternbeirat (Jaeb) künftig seine Arbeit stellen. Bei den Wahlen für das Gremium meldeten sich mehr Bewerber als im Vorjahr, so dass das Gremium nun aus 16 statt bislang zehn Mitgliedern besteht. Der Jaeb vertritt stadtweit die Interessen und Anliegen von Kindergarten-Eltern.

Bei der Wahl waren Vertreter der Elternbeiräte von 17 der 31 Tagesstätten in der Stadt vertreten. Mit dem größeren Gremium könne die Arbeit nun auf mehr Schultern verteilt und zu speziellen Themen Arbeitsgruppen gebildet werden, erläutert Vorsitzende Rebecca Siebert. Die 37-Jährige aus Neurath wurde einstimmig wiedergewählt. Hinzu kommen einige Elternteile, deren Kinder nicht mehr in der Kita sind, die aber weiter mitarbeiten.

Seit rund acht Jahren besteht der Jugendamtselternbeirat. „Lange Zeit war vielen aber gar nicht bekannt, dass es dieses Gremium gibt.“ Erst seit dem vergangenen Jahr sei der Jaeb mehr ins Bewusstsein gerückt, berichtet Rebecca Siebert. Sie selbst hatte sich zunächst in der Initiative „Kita-Abzocke? Nein danke!“ engagiert, die sich gegen eine Stichtagsregelung wandte.

„Familien, deren Kinder nach dem 1. November drei Jahre alt wurden, mussten noch bis Ende des Kita-Jahres den höhren Betreuungssatz für Unterdreijährige zahlen“, sagt die Vorsitzende. Der Protest mit rund 1500 Unterschiiften hatte Erfolg, die Regelung wurde geändert. Danach engagierte Siebert sich im Jaeb. Themen, die Eltern mit kleinen Kindern beschäftigen, gibt es mehrere. So wartet der Beirat auf eine Lösung für den Fall, dass wegen Personalmangel in Kita-Gruppen eine Betreuung zeitweise nicht möglich ist. Anfang des Jahres musste etwa das „Sonnenland“ mehrmals schließen. Im Deutschordens-Kindergarten konnten ebenfalls aus Personalnot nicht alle Kinder betreut werden, laut Siebert waren auch andere Kitas betroffen. „Wenn Eltern dann gebeten werden, ihr Kind zu Haus zu lassen oder eine Betreuungsalternative zu suchen, dann müssen sie dennoch für den gesamten Monat den Elternbeitrag zahlen“, schildert sie das Problem.

Die bisherige Beitragssatzung der Stadt lässt eine Rückzahlung nicht zu. Nach einem Antrag des Jaeb wird im Rathaus nun eine Lösung gesucht, die Verwaltung muss dabei auch die anderen Kita-Träger einbeziehen. „Wir hoffen, dass die Satzung zum neuen Kindergartenjahr 2020/21 geändert ist“, sagt Rebecca Siebert.

 Ein Thema, das der Beirat angehen möchte, sind Betreuungslücken beim Übergang vom Kindergarten zur Grundschule. „Der Betreuungsvertrag läuft bis Ende Juli, die Schule beginnt in manchen Jahren aber erst Ende August oder im September. Wenn zudem die Tagesstätte in den Sommerferien drei Wochen schließt, haben Eltern über längere Zeit keine Betreuung. Das möchten wir ändern“, erklärt Rebecca Siebert. „Jedes Jahr beklagen sich Mütter und Väter darüber.“

Zudem werde überlegt, ob „wir uns im kommenden Wahljahr mit den Fraktionen treffen, um über die Kita-Landschaft und die Anliegen der Eltern zu sprechen“.