Jubiläum in Grevenbroich: Seit 2010 wird am Hammerwerk heiß gemangelt.

Jubiläum in Grevenbroich : Seit zehn Jahren wird am Hammerwerk heiß gemangelt

Ein Umzug ist immer ein Schritt ins Unbekannte. So war es, als das Team der Heißmangel vor zehn Jahren vom Haupthaus der Varius Werkstätten in Hemmerden ans Hammerwerk nach Grevenbroich zog.

Nach immerhin 32 Jahren am alten Standort.

„Es war schon eine riesige Veränderung, alles war komplett neu hier, wir mussten uns alle erst einmal zurechtfinden, aber das haben wir dann schnell geschafft“, erinnert sich Sabine Mostert, die als Gruppenleiterin in der Heißmangel (ehemals WfB Hemmerden) beschäftigt ist. Die alten Räume wurden für den Ausbau des Heilpädagogischen Arbeitsbereichs gebraucht. In der Heißmangel arbeiten heute 17 Menschen mit einer Beeinträchtigung. Neben Sabine Mostert kümmert sich auch Michaela Fikus als Gruppenleiterin darum, dass in der Mangel alles glatt läuft. „Natürlich sind wir kein ganz normaler Betrieb wie jeder andere, die Mitarbeiter brauchen unsere Unterstützung “, sagt Michaela Fikus. „Dennoch haben wir einen sehr hohen Anspruch an unsere Arbeit und erfüllen ihn auch – das schätzen unsere Kunden sehr.“ Die Heißmangel hat inzwischen 5000 Kunden in ihrer Datenbank, am Tag werden etwa 100 Körbe mit Wäsche verarbeitet.Das bedeutet: Wäsche einfeuchten, recken, mangeln, falten. Die Kunden sind zu einem großen Teil Privatkunden. Zudem bringen auch Hotels oder Gaststätten ihre Tischdecken und Bettwäsche. „Es gab mal die Befürchtung, dass es immer weniger Bedarf für gemangelte Wäsche geben wird, das können wir nicht bestätigen. Es kommen sogar verstärkt junge Kunden zu uns“, erzählt Michaela Fikus.

Eine gewisse körperliche Fitness ist die Voraussetzung dafür, in der Mangel arbeiten zu können. Der Geräuschpegel ist hoch, die große Mangel im hinteren Teil des Betriebs brummt ständig, die Luft ist schwülwarm. Aber die Mitarbeiter arbeiten gerne in der Mangel, die hellblaue Arbeitskleidung tragen sie mit Stolz, so wie Marcella Esser. Die 50-jährige ist blind und kann nicht jede Arbeit übernehmen, die in der Mangel anfällt. „Ich stehe viel an der Faltanlage, das geht gut oder ich recke zusammen mit einer Kollegin die Tischdecken. Wir helfen uns einfach untereinander, dann geht alles“, so Marcella Esser, die wie die meisten ihrer Kollegen täglich von einem Fahrdienst zu ihrer Arbeit gebracht und abgeholt wird. „Ich bin froh, dass ich hier arbeiten kann.“

Für das Jubiläum hat sich das Team der Heißmangel etwas Besonderes ausgedacht: Vom 17. bis 19. Februar wird ein Glücksrad im Eingangsbereich stehen, verrät Michaela Fikus: „Damit wollen wir uns für die Treue unserer Kunden bedanken. Wir freuen uns auf die nächsten zehn Jahre.“ 

(dne)