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Grevenbroich: JU-Chef Merker auf den Spuren von Gröhe – mit 21 in den Kreistag

Grevenbroich : JU-Chef Merker auf den Spuren von Gröhe – mit 21 in den Kreistag

Grevenbroicher Politiker will eine Brücke zwischen Kreispolitik und Junger Union schlagen.

Nach zehn Kilometern tun die Füße immer noch nicht weh. Florian Merker ist solche Märsche gewohnt, sie entspannen ihn: "Spaziergänge entlang der Erft sind ein guter Gegenpol zum Stress im Alltag", sagt der 21 Jahre alte Grevenbroicher. Die frische Luft macht den Kopf frei, und in der Politik bedarf es klarer Gedanken.

So mancher CDU-Grande staunte nicht schlecht, nachdem er sich zum ersten Mal mit Florian Merker unterhielt. Probleme geht der junge Mann geradlinig an, strukturiert, lösungsorientiert. Seit zwei Jahren ist er Vorsitzender der Jungen Union (JU) im Rhein-Kreis Neuss. Im November wird er sich erneut zur Wahl stellen. Es soll der erste von zwei Schritten sein. "Im kommenden Jahr möchte ich auch für den Kreistag kandidieren", sagt er.

Das Ergebnis der Bundestagswahl stimmt ihn positiv. "Eine gute Basis", sagt Merker. Als junger und für viele noch nicht bekannter Kandidat müsse er sich den Bürgern aber erst einmal vorstellen.

Sollte er Vorsitzender der Kreis-JU bleiben und in den Kreistag einziehen, dann gibt es sogar eine Parallele zu Hermann Gröhe: Auch der war einst Kreis-Vorsitzender der Jungen Union und hatte zugleich einen Sitz im Kreistag. "Ich halte das für eine gute Kombination", sagt Merker. Auch weil er dann eine noch bessere Brücke zwischen Kreistagsfraktion und Junger Union schlagen kann. Die zwei Jahre an der Spitze der Nachwuchsorganisation haben ihm viel Freude gemacht. Jetzt möchte er dafür sorgen, dass die JU weiter wächst. "Wir haben einen guten Weg eingeschlagen, aber wir sind noch lange nicht am Ziel."

Im Kreistag möchte Merker Politik noch aktiver mitgestalten. Er weiß, dass er dort der Jüngste in den Reihen der CDU wäre. "Davon können beide Seiten profitieren", meint er. "Ich kann von den erfahrenen Kreistagsabgeordneten eine Menge lernen, und einer Diskussion tut eine junge Stimme gut." Dass er sich einbringt, weiß jeder, der ihn kennt – und dass er eine gesunde Selbsteinschätzung hat. "Ich bin niemand, der sich in die letzte Reihe setzt und auf dem iPad rumspielt. Im Gegenteil: Ich diskutiere gerne mit. Es brennt mir unter den Fingernägeln, etwas bewegen zu können."

Dabei zeichnet ihn aus, dass er zu seiner Meinung und seinem Wort steht. Merker ist kein Umfaller: Er sagt, was er denkt. Ganz gleich, ob sein Gegenüber ein Bundestagsabgeordneter wie Ansgar Heveling ist, dem er einst Contra nach einem umstrittenen Gastbeitrag für das "Handelsblatt" gab, oder ein Fußball-Nachwuchsspieler des BV Wevelinghoven. Dort trainiert er eine C-Jugend. Im Fußballverein hat er sich den Ruf erarbeitet, dass auf ihn Verlass ist. Bis zur B-Jugend stand er beim BV im Tor. Eine Position, die passt – und Parallelen zur Politik aufweist. Macht er seinen Job, ist das selbstverständlich; läuft etwas nicht rund, gibt's sofort Kritik und Gegenwind. Da ist es als Torwart und als Volksvertreter gar nicht so anders. Es gilt, kühlen Kopf zu bewahren.

Die Ruhe dafür holt sich Merker der ein duales Studium (International Business) mit der Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert, bei Spaziergängen. Allerdings gibt es wenige solch einsame Momente. "Ich bin kein Stubenhocker, sondern gerne unter Menschen. So erfahre ich auch, was sie bewegt – und wie ich helfen kann." Das treibt ihn auch als Politiker an. "Ich will Probleme lösen und etwas verbessern."

(NGZ)