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Grevenbroich: Jeder dritte VHS-Kursus bleibt leer

Grevenbroich : Jeder dritte VHS-Kursus bleibt leer

Von Januar bis Juli 2013 sind 30 Prozent der Volkshochschul-Kurse ausgefallen. Die Gründe sind laut VHS-Leiter Rainer Hoffmann vielfältig. Für das Frühjahr 2014 rechnet er mit einer steigenden Nachfrage nach Sprachkursen.

"Tierkommunikation", "Strandfrisuren für lange Haare" oder "Wenn Ihr Bestes nicht gut genug ist: Wege aus der Perfektionsfalle" – vielleicht werden diese Volkshochschulkurse, die zum Programm im Frühjahr 2014 gehören, Renner. Darauf setzen Dr. Rainer Hoffmann und seine Kollegen vom VHS-Team. "Neben Selbstläufern wie Sprachkursen versuchen wir immer wieder, Trends aufzugreifen", so der VHS-Leiter. Das Motto sei dabei "Bildung für alle". Allerdings: Die Ausfallquote der Kurse liegt etwa von Januar bis Juli 2013 bei deutlichen 30 Prozent.

Eigentlich gehört die Volkshochschule zu den Erfolgsmodellen in Grevenbroich: Die Kosten schlagen pro Jahr mit 750 000 Euro zu Buche. Rund 500 000 Euro entfallen auf Personal, daran beteiligt sich das Land mit bis zu 250 000 Euro. "Durch die Gebühren nehmen wir rund 250 000 Euro ein", erläutert Rainer Hoffmann. Eine weitere Einnahmequelle stellten die Zuschüsse pro gehaltenen Unterrichtsstunden dar. "In der Regel arbeiten wir ohne Verluste", erläutert der VHS-Leiter. Grundsätzlich sei man zwar daran interessiert, die Ausfallquote möglichst niedrig zu halten. Gleichzeitig wolle man aber auch flexibel sein.

Der Anteil der entfallenen Kurse ließ auch die Mitglieder im Kultur- und Volkshochschul-Ausschuss nachfragen. Irmintrud Berger ((CDU) nannte die Ausfallquote "hoch", fragte Rainer Hoffmann nach Erklärungen. Sachkundige Bürgerin Ursula Wolf wollte wissen, wie stark die Resonanz auf die gebündelten Angebote unter dem neuen Titel "Junge VHS" gewesen ist. Rainer Hoffmann nannte den Zuspruch dafür zufriedenstellend und erklärte zur Motivation: "Wir wollen damit die Kurse der Jugendkunstschule (Juks) ergänzen und haben die Hoffnung, dadurch neue Kunden zu gewinnen."

Zur Ausfallquote sagte Rainer Hoffmann: "Diese lag bisher meist bei 20 Prozent, im vergangenen Jahr aber auch bei rund 30 Prozent." Dabei sei schwer nachzuvollziehen, warum Angebote keine Interessenten fänden. Als Beispiel nannte der Volkshochschul-Leiter die "eigentlich sehr stark nachgefragten Sprach- und Integrationskurse": "Bis Juli 2013 sind etwa zwei Module ausgefallen. Dabei sind wir als Volkshochschule – neben der Arbeiterwohlfahrt – der einzige Anbieter in Grevenbroich; für die Interessenten Teilnehmer gibt es keine Ausweichmöglichkeit." Da die sechs Einheiten aufeinander aufbauen würden, gebe es für ihn keine Erklärung, warum zwei davon nicht zustande gekommen seien. "Generell gehören Sprach- und Integrationskurse zu den Standards unseres Programms." Aufgrund der politischen Situation – etwa der steigenden Zahl von Flüchtlingen aus Syrien – geht Hoffmann davon aus, "dass auch die Nachfrage an Sprach- und Integrationskursen weiter zunehmen wird".

Flexibel und trendig soll das VHS-Programm in Zukunft bleiben. Die aktuelle "Do it yourself (DIY)"-Bewegung – von Mützen häkeln über Filzen bis hin zu Taschen nähen – ist für das Frühjahr 2014 nicht berücksichtigt: "Manche Trends machen wir auch nicht mit", so Rainer Hoffmann.

(NGZ)