Grevenbroich: Investor für größten Geschäftsleerstand

Grevenbroich: Investor für größten Geschäftsleerstand

Die Tage des wohl auffallendsten und größten Geschäftsleerstandes in der Grevenbroicher Innenstadt könnten jetzt gezählt sein. Denn die nach eigenen Angaben milliardenschwere Peker-Holding interessiert sich für eine Investition in einen Neubau an der Stelle des leerstehenden Geschäftshauses in der Fußgängerzone Kölner Straße/Synagogenplatz.

Die Peker-Holding hat nun Interesse angemeldet und steht regelrecht in den Startlöchern für einen Neubau, wie Deutschlandrepräsentant Murat Beyazyüz auf Redaktionsnachfrage bestätigt. Der internationale Konzern mit Hauptsitz in Istanbul hat nämlich seine Deutschlandzentrale kürzlich exakt gegenüber der leerstehenden Alt-Immobilie am Synagogenplatz eröffnet. Beyazyüz hat somit den "Schandfleck" tagtäglich im Blick.

Und auch der türkische Konzernchef Hasan Peker kenne die Immobilie und die Problematik vor Ort aus eigener Anschauung, berichtet Beyazyüz, der allerdings nicht verhehlt: "Normalerweise ist diese Immobilie in Grevenbroich für die Peker-Holding keine Größenordnung. Man müsste auch eigentlich den ganzen alten Komplex entlang der Kölner Straße bis hin zur Coens-Galerie abreißen und neu bauen." Dennoch würde sich die Peker-Holding gerne für dieses Objekt engagieren, sie warte nun lediglich auf die genaue Planung des Eigentümers, um dann in Verhandlungen mit ihm zu treten. In Dormagen ist das Unternehmen bereits tätig geworden. Dort habe die Peker-Holding ein "von allen totgesagtes", langjähriges Leerstandsobjekt erfolgreich wiederbeleben können.

Murat Beyazyüz, Deutschlandrepräsentant der Peker-Holding. Foto: Gundhild Tillmanns

Der türkische Konzern hatte bekanntlich auch bereits versucht, das alter Finanzamt in Grevenbroich zu erwerben und aufwendig umzubauen. Diese Pläne hatten sich zerschlagen. Beyazyüz, der seit fünf Jahren in Grevenbroich lebt und die Deutschlandzentrale seines Konzerns vor Ort leitet, hat sich auch bereits ein eigenes Bild über die problematische Geschäftslage in der Innenstadt machen können.

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Grevenbroich sei kein hoffnungsloser Fall. "In der Innenstadt ist es leer, Am Hammerwerk aber voll, weil die Kunden da viel Platz zum kostenfreien Parken vorfinden", sagt Murat Beyazyüz. "Aber eben exakt das kostenfreie Parken ist der Weg, um wieder mehr Kunden aus dem Gewerbegebiet in die Innenstadt zu bekommen."

Außerdem rate er den Eigentümern der leerstehenden Geschäfte, nicht stur auf den marktüblichen Mieten zu bestehen, sondern Neuansiedlern durch zunächst einmal günstigere Konditionen gute Startchancen zu geben. "Denn auch Leerstände kosten den Eigentümern Geld", gibt Murat Beyazyüz zu bedenken.

Auch verstehe er es nicht, dass für Grevenbroich zum Beispiel ein großer Anbieter wie H&M mit der Begründung abgelehnt worden sei, er würde die kleineren Textilgeschäfte kaputtmachen. "Das Gegenteil wäre der Fall", meint Beyazyüz: "Die kleineren Geschäfte würden davon partizipieren, wenn solch ein Geschäft wie H&M die Kunden in die Stadt brächte." Doch generell vertritt der Immobilienexperte die Auffassung: Politische Konzepte könnten keine Leerstände beheben und die Innenstadt beleben. Dazu würden Marketing- und Wirtschaftsexperten gebraucht.

(NGZ)