Grevenbroich: Initiative zweifelt am Gestanks-Gutachten

Grevenbroich : Initiative zweifelt am Gestanks-Gutachten

Schon seit Jahren klagen die Anrainer des Industriegebiets Ost über starke Geruchsbelästigungen. Der Verursacher steht jetzt fest: Das Alu-Walzwerk von Hydro soll für den Gestank verantwortlich sein.

Dies belegt ein Gutachten des Aneco-Instituts in Mönchengladbach. Zweifel an dieser Analyse melden nun die Mitglieder der "Interessengemeinschaft Lebensqualität" (IGL) an.

"Bei allem Respekt für die Superschnüffler der Firma Aneco: Aber Kühlmittelgerüche aus dem Walzwerk waren auf unserem Webblog nur in den seltensten Fällen Grund für eine Gestanksmeldung", sagt Sprecher Claus Schäfer aus der Südstadt. Viele Unterstützer der Interessengemeinschaft würden seit Jahrzehnten in unmittelbarer Nachbarschaft der Werke leben und die unterschiedlichen Gerüche kennen: "Entweder den metallisch-chemischen Geruch von Aleris oder den teer-schwefelartigen Gestank der Erftcarbon, der sich dank neuer Filter mittlerweile deutlich reduziert hat", so Schäfer. Dass vor diesem Hintergrund das Hydro-Walzwerk die Hauptquelle des Gestanks sein soll, bezweifelt er.

Uwe Hartmann von der Aneco betonte dazu: "Unser Gutachten misst genau, wie häufig Gerüche wahrnehmbar sind und welche dies sind." Wem es warum und wo am stärksten zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Nase steche, hänge damit nicht immer zusammen: "Letztlich ist das Geruchsempfinden eben subjektiv." Für Hydro-Sprecher Michael Peter Steffen erklärt dies auch, warum über die Firmenhotline bisher keine Meldung über Gerüche von Hydro einging. Überhaupt habe es n den vergangenen Wochen "so gut wie keine Beschwerden" mehr gegeben.

(NGZ)