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Grevenbroich: Initiative kritisiert RWE wegen Erfthallen-Abriss

Grevenbroich : Initiative kritisiert RWE wegen Erfthallen-Abriss

Das Schicksal der Erfthalle ist besiegelt, der Stadtrat hat den Abriss noch in diesem Jahr beschlossen. Bei den Rettungsbemühungen hatte RWE Power finanzielle Hilfe für den Erhalt abgelehnt, doch möglicherweise unterstützt der Energiekonzern die Stadt dabei, dass das Gebäude bald verschwindet.

Das aber stößt beim Aktionsbündnis für den Erhalt der Erfthalle auf heftige Kritik, die Initiative wendet sich jetzt an den RWE-Power-Vorstandsvorsitzenden Johannes Lambertz. Wenn RWE den Abriss "laut Aussage der Bürgermeisterin mit Manpower unterstützen" wolle, "finanziert der Konzern den Abbruch der Halle und nimmt damit hunderten ehemaliger und aktueller Mitarbeiter ein Stück Heimat und Lebensqualität", schreibt Hans Brüggen für das Aktionsbündnis.

Für viele Einwohner sei es unverständlich, dass RWE sich so "bei der rücksichtslosen Zerstörung von Einrichtungen, die für viele Menschen zum Symbol des Zusammenhalts in den Ortschaften geworden sind, beteiligt." Die Initiative bittet Lambertz, die Gründe darzulegen.

Beim Energiekonzern in Essen erklärt RWE-Power-Sprecher Manfred: "Unsere Hilfe ist angefragt worden. Es hat ein Gespräch mit der Stadt gegeben, ob und wie Unterstützung nötig sei. Wir werden das nun prüfen."

Im Rathaus bestätigt Dezernent Claus Ropertz: "Wie die Hilfe aussehen soll, ist noch offen." Zunächst werde ein Entsorgungskonzept erstellt. Vorstellbar seien technische Unterstützung etwa beim Abriss, bei der Verlegung von Versorgungsleitungen oder der Anlage des Schützenplatzes auf dem Areal.

Ein Vorbild für die Kooperation: 2010 griff RWE der Stadt beim Abriss einer maroden Brücke am sogenannten strategischen Bahndamm bei Neukirchen unter die Arme. Arbeiter des Konzerns rückten mit Planierraupe und Walze an.

(NGZ/rl)