Grevenbroich: Initiative für Bahnhofsquartier

Grevenbroich : Initiative für Bahnhofsquartier

In der neu gegründeten "Stellwerk Initiative" machen sich Händler und Anwohner für eine Aufwertung des Bahnhofsquartiers stark. Morgen Abend stellen sie ihre Ziele vor. Ein Thema ist auch das frühere Finanzamtsgebäude.

Wenn es um ein Vorbild geht, dann blickt Fred Leven gerne nach Köln. "Am belgischen Viertel sollten wir uns ein Beispiel nehmen", sagt der Vorsitzende der neu gegründeten "Stellwerk Initiative". Mit seinem Mix aus Multikluti, Cafés und kreativem Handwerk ist es in Köln längst zum In-Viertel geworden.

"Unser Bahnhofsquartier bietet ideale Voraussetzungen, eine ähnliche Entwicklung zu nehmen. Mit dem nötigen Elan lässt es sich deutlich aufwerten", betont Leven. Das wollen Händler und Anwohner gemeinsam tun. Deshalb haben sie sich in der "Stellwerk Initiative" zusammengetan. Morgen stellen sie ab 19.30 Uhr ihre Ziele in den Räumen des türkischen Kulturvereins, Bahnstraße 27, vor.

Es sieht danach aus, als würde es voll werden. Aus der Taufe gehoben wurde die Initiative zum Monatsbeginn, am Freitag wurde eine Facebook-Seite eingerichtet. Nach noch nicht mal einer Woche sind dort 80 Anwohner und Händler organisiert. Tendenz: steigend. Auch weil die kommenden Monate für die Bahnstraße samt der umliegenden Bereiche enorm wichtig werden. Davon ist Christa Roth-Walraf von der Initiative überzeugt. "Es steht eine Reihe Entscheidungen an, die wegweisend für das Bahnhofsquartier sein werden", sagt sie.

Da ist zum Einen das medizinische Versorgungszentrum, das der Arzt Dr. Joachim Treppmann mit Kollegen im ehemaligen Finanzamtsgebäude an der Bahnstraße plant. "Es herrscht ein Mangel an Transparenz. Niemand hat die Anwohner und die Händler, die in der Nachbarschaft Geschäfte betreiben, informiert, was genau dort geplant ist", sagt Fred Leven. "Wir werden uns dafür einsetzen, dass endlich Aufklärung geleistet wird."

Christa Roth-Walraf betont, dass die Initiative nicht wegen der Pläne von Dr. Treppmann gegründet wurde. "Es geht um ein Programm für die Zukunft des Bahnhofsquartiers", sagt sie. "Aber dazu zählt natürlich auch die Frage, was aus dem Finanzamtsgebäude an der Bahnstraße wird." Die Initiative wolle sich die Pläne der Mediziner anhören und gegebenenfalls kritisch hinterfragen. Gemeinsam wolle man eine Strategie für eine Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität im Viertel schaffen.

Ein wichtiger Baustein könnte dass Integrierte Stadtentwicklungskonzept sein. Mit vielen Maßnahmen will die Stadt insbesondere den Bereich zwischen Bahnhof und Fußgängerzone attraktiver gestalten. Dazu hat sie sich beim Land um Fördergelder in Höhe von 1,14 Millionen Euro beworben. Die "Stellwerk Initiative" unterstützt das. "Der Bahnhof ist das Tor zur Stadt", sagt Roth-Walraf. "Wir wollen unseren Beitrag leisten, dass sich Bürger und Besucher dort wohlfühlen."

(NGZ/rl)
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