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Grevenbroich: In Kapellen fehlen Kitaplätze

Grevenbroich : In Kapellen fehlen Kitaplätze

Viele Kapellener Neubürger haben ihr neues Heim als Familie bezogen. Für den Nachwuchs reichen die Kita-Plätze nicht. Eltern beklagen den Mangel, weichen auf Nachbarorte aus. Die Stadt sucht nach einer Lösung.

In Kapellen fehlen Kindergartenplätze. Mehrere Eltern aus dem neuen und dem alten Teil des Ortes hatten sich beim Ratsherrn Ralf Cremers beschwert. Während der CDU-Mann von zehn fehlenden Kita-Plätzen ausgeht, nennen die Eltern deutlich höhere Zahlen.

"Für mehr als 20 Kinder im Alter über drei Jahren wird ein Platz gesucht", erklärt Ina Röder, Elternbeiratsvorsitzende des städtischen Kindergartens in Kapellen. Außerdem würden für zehn bis 15 Kinder unter drei Jahren ebenfalls Plätze fehlen. "Für viele Familien ist das ein Problem", beklagt die 39-Jährige: "Da ortsnahe Gelegenheiten fehlen, müssen sie ihre Kinder etwa nach Langwaden oder Neukirchen bringen – zum Teil mit dem Bus." Neu-Kapellen sollte speziell ein Wohngebiet für junge Paare mit Kindern werden. Von Anfang an geplant: eine Tagesstätte mit drei Gruppen. Doch während viele Häuser stehen und weiter gebaut wird, fehlt die Kita immer noch. Zwar gibt es eine städtische und eine katholische Einrichtung, doch die Nachfrage übersteigt deutlich das Angebot. Das bestätigt Frank Beckmann, Vater eines Sohnes aus Kapellen: "Bereits 2010 standen knapp 30 Kinder unter und ab drei Jahren auf der Warteliste für Kindergartenplätze in Kapellen." Dass die Politiker nun überrascht seien, dass in ein Neubaugebiet mit vergleichsweise günstigem Bauland – vor vielen Jahren geplant und bereits vielfach bewohnt – eben nicht nur kinderlose Rentner, sondern Familien mit Kindergartenkindern ziehen, sei nicht nachzuvollziehen.

"Das Problem ist erkannt", signalisiert Jugenddezernent Michael Heesch. Wie die Stadt es lösen kann, dazu wollte er nichts sagen. Der Grund: Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses haben das Thema unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten und wollen sich noch nicht äußern. Nur so viel: "Der Bedarf im Ort ist überschaubar. Im Sinne der Eltern wird an einer Lösung gearbeitet", sagt Ausschussvorsitzende Heike Troles.

Auf längere Sicht gesehen, wird sich die Tagesstätten-Situation in Kapellen entspannen. Und zwar dann, wenn das Generationenprojekt "Jung und Alt in einem Quartier" der evangelischen Kirchengemeinde im Neubaugebiet realisiert wird – ein Prototyp in Grevenbroich. Für 9,2 Millionen Euro sollen 18 Seniorenwohnungen und eine dreigruppige Kindertagesstätte gebaut werden.

Allerdings: Erst 2013 könnten hier die ersten Kinder aufgenommen werden. "Für eine Generation Kinder ist das zu spät", sagt Frank Beckmann. Und Elternbeiratsvorsitzende Ina Röder ergänzt: "Wir hoffen darauf, dass sich kurzfristig etwas ergeben wird."

(NGZ)