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In Grevenbroich werden seit 20 Jahren Windräder auf der Frimmersdorfer Höhe getestet

Windtest Grevenbroich : Windkraft-Experten sind weltweit gefragt

Auf der Frimmersdorfer Höhe werden seit 20 Jahren Windräder getestet. Weitere Testfelder sind in Frankreich und den USA geplant.

Von Carsten Sommerfeld

Die Stadt Grevenbroich ist auch über die Braunkohle hinaus ein wichtiger Standort für die Energieversorgung. Seit 20 Jahren werden auf der Frimmersdorfer Höhe Windkraftanlagen getestet und vermessen. Grevenbroich war für Windtest Ausgangspunkt für ein internationales Engagement. Das Know-how aus Neurath, dem Firmensitz, ist weltweit gefragt.

Im Juni 1998 hatte die Windtest Grevenbroich Gmbh (wtg) den Prototyp der DeWind D4 auf der Frimmersdorfer Höhe in Betrieb genommen - mit rund 600 Kilowatt Leistung. Das jüngste Windkraftwerk auf der Höhe, die Nordex N131, leistet mit einem Rotordurchmesser von 131 Metern das Fünffache - drei Megawatt.

Auf dem 1,4 Quadratkilometer großen Testfeld – das entspricht 350 Fußballfeldern – hat wtg im Auftrag der Hersteller bislang insgesamt 16 Prototypen und Testanlagen errichtet und nach internationalen Richtlinien vermessen. Bis zu acht Anlagen finden auf dem Areal gleichzeitig Platz. Nach in der Regel sieben Jahren Betriebszeit werden die Rotoren durch neue Prototypen ersetzt. „Auf unserem Testfeld haben wir zum Beispiel im Oktober 2000 die erste GE 1,5 errichtet. Heute stehen rund um den Globus fast 16.000 Anlagen dieses Typs“, erklärt Windtest-Geschäftsführerin Monika Krämer. „Nicht nur für diese Anlage waren wir ein wichtiger technologischer Wegbereiter.“

Beim jüngsten Windrad auf der Frimmersdorfer Höhe mit 131 Metern Rotor-Durchmesser und 134 Metern Nabenhöhe ist laut Windtest eine Besonderheit der Stahlrohrturm, den der Hersteller Nordex bislang nur bei niedrigeren Nabenhöhen verwendet habe. Nun werden Erfahrungen für größere Nabenhöhen gesammelt. Auch eine Anlage mit Vertikal-Rotor wird getestet.

Das Areal in Grevenbroich ist einer von wenigen Binnenland-Standorten in Deutschland, an dem Firmen ihre Windkraft-Anlagen für die Typenzertifizierung vermessen können. Drei Masten mit bis zu 134 Metern Höhe messen den Wind, um so die Leistung der Rotoren zu bestimmen. Für Ende 2018 ist der Aufbau einer weiteren, achten Anlage geplant, der Typ wird in Neurath noch nicht verraten. Der Antrag für die Genehmigung nach dem Immissionsschutzgesetz ist bereits gestellt.

Für wtg war Grevenbroich aber nur der Anfang. Seit acht Jahren betreibt das Unternehmen zusammen mit Ecofys WTTS ein Testfeld im niederländischen Lelystad. Weitere Testfelder in Frankreich und in den USA sollen nun aufgebaut werden. Wie Windtest-Sprecherin Katharina Garus erläutert, sind in verschiedenen Ländern unterschiedliche Zertifikate erforderlich. In den Vereinigten Staaten ist bereits eine Tochtergesellschaft von Windtest aktiv, Start der Niederlassung dort war 2015 in Estherville in Iowa.

wa zu Wind, Ertrag oder Schattenwurf. Die Mitarbeiter beraten Entwickler, Projektierer, Banken und Versicherungen, sind als technische Berater in Norm-Arbeitskreisen tätig. Nach Auskunft von Garus sind Deutschland und die USA für die Gesellschaft die größten Märkte, Windtest ist aber unter anderem auch in vielen Ländern Europas, in Afrika, Indien und China aktiv. In20 Jahren wurden laut dem Unternehmen weltweit mehr als 5.000 Projekte abgeschlossen. Die Gesellschaft ist auch auf der Messe Windenergie NRW kommende Woche in Düsseldorf präsent.

An Windtest sind die Stadt Grevenbroich (über die Stadtentwicklungsgesellschaft SEG) und der Rhein-Kreis Neuss mit jeweils 12,5 Prozent beteiligt. Weitere Anteile halten Innogy SE (37,5 Prozent) das Land NRW (25 Prozent) sowie die ee energy engineers GmbH (TÜV Nord-Gruppe, 12,5 Prozent),