Landtagswahl: In Grevenbroich und im Kreis - CDU vorn

Landtagswahl: In Grevenbroich und im Kreis - CDU vorn

Wiljo Wimmer (49) strahlte: "Ich bin glücklich, dass es funktioniert hat", freute sich der CDU-Mann am Abend. In Grevenbroich, Rommerskirchen und Dormagen fuhr der Unionskandidat gestern satte 43,8 Prozent ein. Damit wird Wimmer direkt in den Landtag einziehen – ebenso wie seine CDU-Kollegen aus dem Rhein-Kreis Neuss, Jörg Geerlings (Wahlkreis 44) und Lutz Lienenkämper (Wahlkreis 46).

Wiljo Wimmer (49) strahlte: "Ich bin glücklich, dass es funktioniert hat", freute sich der CDU-Mann am Abend. In Grevenbroich, Rommerskirchen und Dormagen fuhr der Unionskandidat gestern satte 43,8 Prozent ein. Damit wird Wimmer direkt in den Landtag einziehen — ebenso wie seine CDU-Kollegen aus dem Rhein-Kreis Neuss, Jörg Geerlings (Wahlkreis 44) und Lutz Lienenkämper (Wahlkreis 46).


Was Wimmer als einen Erfolg wertete: Mit einem Ergebnis von 41,9 Prozent hatte der Dormagener — wenn auch nur knapp — in Grevenbroich die Nase vorn. "Damit habe ich nicht gerechnet", unterstrich Wimmer. Schließlich galt SPD-Kandidat Edmund Feuster an der Erft als klarer Favorit — doch er holte lediglich 37,1 Prozent. "Dass ich trotz aller anderen Prognosen dort vorne lag, macht mich sogar ein wenig stolz", gab Wiljo Wimmer zu. Diesen Erfolg führt er vor allem auf sein Wahlkampf-Team zurück: "Die Grevenbroicher haben gute Arbeit geleistet." Mit Blick auf Europas größten Kraftwerksstandort, der ihm sein Vertrauen geschenkt habe, betonte der Dormagener, dass die Energiepolitik künftig einer seiner Schwerpunkte sein wird.


Kontrahent Edmund Feuster zeigte sich am Wahlabend relativ gelassen. Er holte 34,6 Prozent und lag damit im Wahlkreis 45 weit hinter Wimmer. "Auf dieses Ergebnis war ich vorbereitet. Das wirft mich nicht um — und ich bin nicht am Boden zerstört", erklärte der 55 Jahre alte Kapellener am Abend. Für ihn zähle eines: "Die Regierung Rüttgers wurde nach fünf Jahren abgewählt — das ist für mich Freude genug." Das Resümee, das Kreisvorsitzender Klaus Krützen aus dem gestrigen Wahlergebnis in der Schlossstadt zog: "Grevenbroich ist keine SPD-Hochburg mehr. Wir sind künftig gefordert, unsere Stimme in dieser Region mehr zu erheben", meinte er auch mit Blick auf das gesamte Kreisergebnis der Sozialdemokraten.


Echte Freude herrschte bei den Bündnisgrünen vor. Quereinsteiger Manuel Weuffen holte gestern mit 6,4 Prozent das beste Ergebnis, das je ein grüner Kandidat im Wahlkreis 45 eingefahren hatte: "Das schmeichelt mir", meinte der 20-Jährige. Im Vergleich zur Landtagswahl 2005 legte die Öko-Partei bei den Erststimmen gestern noch einmal um 2,7 Prozent zu. "Nicht schlecht", kommentierte Weuffen.

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Dirk Gawlinski, Vorsitzender der grünen Fraktion im Grevenbroicher Stadtrat, zeigte sich mit dem Gesamtausgang der Wahl zufrieden: "Das ist ein deutliches Zeichen für die grüne Politik. Die schwarz-gelbe Regierung wurde hauptsächlich für ihre Bildungspolitik und ihre Einstellung zur Energiegewinnung bestraft", meinte er.


Katerstimmung indes bei der FDP. Schon 15 Minuten nach der ersten Prognose genehmigte sich Fraktionsvorsitzender Manfred Hermanns im Kreishaus auf der Schanze ein Glas Kölsch: "Das muss jetzt sein, dieser Abend wird tragisch", prognostizierte er. Und er sollte recht bekommen. Bei den Erststimmen holten die Liberalen 4,6 Prozent — sie verloren damit gut 1,8 Prozent der Stimmen. Enttäuschung beim Landtagskandidaten Uwe Schmitz: "Dieses Ergebnis lässt niemanden frohlocken", gab er zu. Dass die FDP das gesteckte Wahlziel nicht erreichte, hatte für den Allrather vor allem einen Grund: "In der Landtagswahl sind bundespolitische Themen verarbeitet worden — das war außerordentlich schade."


Für den FDP-Bundestagsabgeordneten Bijan Djir-Sarai war die gestrige Wahl nur eines: "Eine einzige große Enttäuschung — denn eine erfolgreiche Landesregierung ist abgewählt worden, das hat sie nicht verdient." Was der Grevenbroicher Mann in Berlin befürchtet: "Sollte es zu einer rot-grünen Koalition kommen, wird der Industriestandort NRW nach unten gezogen — und damit auch unsere Braunkohleregion."

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